| 23:40 Uhr

Literatur
Man-Booker-Preis für polnische Autorin Tokarczuk

London. Erstmals geht der renommierte internationale Man-Booker-Literaturpreis nach Polen. Die polnische Autorin Olga Tokarczuk und die US-amerikanische Übersetzerin Jennifer Croft teilen sich die Auszeichnung für den Roman „Flights“, wie die Jury am Dienstagabend in London mitteilte. Auf Deutsch ist das Buch unter dem Titel „Unrast“ (Verlag Schöffling & Co) erschienen.

Erstmals geht der renommierte internationale Man-Booker-Literaturpreis nach Polen. Die polnische Autorin Olga Tokarczuk und die US-amerikanische Übersetzerin Jennifer Croft teilen sich die Auszeichnung für den Roman „Flights“, wie die Jury am Dienstagabend in London mitteilte. Auf Deutsch ist das Buch unter dem Titel „Unrast“ (Verlag Schöffling & Co) erschienen.

Das skurrile Werk spannt einen Bogen vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Es handelt von dem holländischen Anatomen Philip Verheyen, der sein amputiertes Bein sezierte, vom Herzen des Komponisten Frédéric Chopin, das nach einer Obduktion von Paris nach Warschau geschickt wurde, und von Reisen im 21. Jahrhundert. Die Jury lobte den „wundervollen Esprit, die Fantasie und die literarische Ausdruckskraft“, aber auch die Ironie der Autorin. Tokarczuk gehört zu den bekanntesten Schriftstellerinnen Polens. Die 56-Jährige wurde bereits mehrfach für ihre Werke geehrt. Mehrere ihrer Bücher wurden ins Deutsche übersetzt, darunter „Ur und andere Zeiten“. Nachdem Tokarczuk ihrem Heimatland Intoleranz gegen Flüchtlinge und Antisemitismus vorwarf, wurde sie dort angefeindet.

Die Auszeichnung zählt zu den wichtigsten Literaturpreisen Großbritanniens. Sie prämiert ausländische Werke, die ins Englische übersetzt wurden. Das Preisgeld von 50 000 Pfund (etwa 57 000 Euro) geht jeweils zur Hälfte an Autor und Übersetzer.