| 22:08 Uhr

Domschatzkammer wiedereröffnet
Mainzer Domschatzkammer neu gestaltet

Viele Exponate stehen in der ehemaligen Nikolaus-Kapelle des Doms. Die Domschatzkammer wurde nach einer Neugestaltung wiedereröffnet.
Viele Exponate stehen in der ehemaligen Nikolaus-Kapelle des Doms. Die Domschatzkammer wurde nach einer Neugestaltung wiedereröffnet. FOTO: dpa / Andreas Arnold
Mainz .   Im Mainzer Dom kann die neu gestaltete Domschatzkammer seit letztem Freitag wieder besichtigt werden.

Nach Angaben des Bistums war die bisherige Präsentation des Domschatzes in den vergangenen anderthalb Jahren überarbeitet worden.

Die jetzt zwei geteilte Präsentation in der spätgotischen Nikolauskapelle des Domes zeige die wechselvolle Geschichte des alten und neuen Domschatzes. „Wir zeigen 80 Objekte, das ist etwa die Hälfte des Mainzer Domschatzes“, erläuterte der Direktor des Mainzer Dom- und Diözesanmuseums, Winfried Wilhelm.

Allerdings sei in der Ausstellung vor allem der neue Domschatz zu sehen. Der alte Mainzer Domschatz, der über Jahrhunderte hinweg als einer der kostbarsten des Abendlandes galt, sei 1803 mit dem Untergang des alten Erzbistums Mainz unwiederbringlich verloren gegangen. Der letzte Erzbischof Karl Theodor von Dalberg habe den Schatz einschmelzen lassen.



Der erste Teil der Ausstellung widmet sich der Geschichte des alten Domschatzes. Zu den bedeutenden Stücken in der Schatzkammer gehört das aus byzantinischer Seide gefertigte Messgewand von Erzbischof Willigis (um 940-1011), dem Erbauer des Domes.

Der zweite Teil der Präsentation zeigt den neuen Mainzer Domschatz. Zeitgenössische Goldschmiedearbeiten stünden dabei neben romanischen Kruzifixen und Weihwassergefäßen, liturgischen Büchern mit gotischen Prunkdeckeln oder barocken Strahlenmonstranzen. Gezeigt werden zudem die Bischofsstäbe verstorbener Mainzer Bischöfe – von Kardinal Karl Lehmann, Kardinal Hermann Volk, Bischof Albert Stohr und Bischof Emmanuel von Ketteler.

„Unsere Schatzkammer ist eine begehbare Sakristei, alle Objekte können auch in der Liturgie verwendet werden“, betonte Wilhelmy. Ein Schwerpunkt der Neugestaltung liege auf der didaktischen Vermittlung, wozu diese Geräte dienten. Einige fänden weiterhin an besonderen Hochfesten Verwendung. Und immer wieder spendeten Geistliche im Ruhestand ihre liturgischen Geräte dem Domschatz.

Weitere Informationen unter der Internetadresse www.dommuseum-mainz.de

Eine „Monstranz“ aus dem Jahr 1701 steht in einer Vitrine. Nach anderthalb Jahren sind die Objekte wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.
Eine „Monstranz“ aus dem Jahr 1701 steht in einer Vitrine. Nach anderthalb Jahren sind die Objekte wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. FOTO: dpa / Andreas Arnold