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Trauer um pfälzischen Künstler
Liedermacher Oskar Kröher von „Hein & Oss“ gestorben

 Der Liedermacher Oskar  Kröher
Der Liedermacher Oskar Kröher FOTO: dpa / Uli Deck
Pirmasens. Der eine der zwei Brüder spielte besonders virtuos Gitarre, der andere besaß die vollere Stimme: Nun ist Oskar Kröher, der zweite aus dem früheren Liedermacher-Duo Hein & Oss, im Alter von 91 Jahren gestorben.

Der Künstler aus dem pfälzischen Pirmasens erlag am Montagmorgen im Krankenhaus in Rodalben einer längeren Krankheit.

Gemeinsam mit seinem bereits verstorbenen Zwillingsbruder Heinrich Kröher hatte der Musiker und Autor über Jahrzehnte auf der Bühne gestanden, um Volkslieder vorzutragen. In dem Buch „Das Morgenland ist weit“ berichtete der meisterliche Gitarrenspieler von einer Motorradreise nach Indien, die er Anfang der 50er Jahre unternommen hatte. Sein Bruder Heinrich war bereits vor mehr als drei Jahren, im Februar 2016, gestorben.

Das Repertoire des Duos umfasste Arbeiterlieder, Freiheitslieder der 1848er Revolution, Chansons, Seemanns- sowie Cowboymusik und vieles mehr. Damit hatten die zwei seit den 1960er Jahren mehr als 15 Langspielplatten und CDs aufgenommen. Die Brüder wurden für ihren Einsatz um den Erhalt des Liedguts und ihr demokratisches Engagement vielfach ausgezeichnet, auch mit dem Bundesverdienstkreuz.



Hein & Oss sangen auf den Festivals von Burg Waldeck im Hunsrück. Im Umfeld von Künstlern wie Hannes Wader (77), dem 2011 verstorbenen Franz Josef Degenhardt und Reinhard Mey (76) zeigten die Kröher-Zwillinge in Deutschland und international, dass Volkslieder nicht altmodisch und rückwärtig klingen müssen. Beide gaben Songbücher heraus und verfassten vielfältige Texte, unter anderem zur Pfalz und zur Vogelkunde. Oskar Kröher, im September 1927 geboren und lange als Lehrer tätig, lebte über weite Phasen in seiner Heimatstadt Pirmasens. Die Zwillinge waren in einer bildungsbürgerlichen Familie groß geworden. Der Vater war leitender Angestellter einer Schuhfabrik gewesen.