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Oscarfavorit
Guillermo del Toro: Ich sehe Monster mit großer Liebe

Guillermo del Toro: Monster erlauben ein Leben in der Unvollkommenheit. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP
Guillermo del Toro: Monster erlauben ein Leben in der Unvollkommenheit. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP FOTO: Jordan Strauss
Los Angeles. Für den mexikanischen Regisseur Guillermo del Toro (53) sind Monster etwas Wunderbares. dpa

„Ich wurde als Kind katholisch erzogen“, erzählte der 53-Jährige im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Der Katholizismus sei sehr streng bei der Frage, was gut und was schlecht sei. Das habe ihm riesige Angst gemacht. „Monster haben mir dann die Möglichkeit eines Lebens mit Unvollkommenheit gebracht. Sie erlaubten es, nicht perfekt zu sein, und waren wunderschön auf ihre Art.“ Er habe sie mit großer Liebe und Bewunderung gesehen.

„Ein Monster sind für mich wir alle“, sagte del Toro („Pans Labyrinth“). „Ein Fehler ist eine Tugend, die noch nicht richtig betrachtet wurde.“ Für die meisten von uns gebe eine Vorstellung davon, wie man sein muss. „Alle diese Ideen und Ideologien sind auf eine Weise konstruiert, die wir alle akzeptieren. Aber als Individuen sind wir alle insgeheim gebrochen.“ Fantasy, Monster und Märchen hingegen seien ein Ausweg. Sie „sagen dir, dass du mit diesen Fehlern leben kannst. Du kannst damit existieren und trotzdem schön sein.“

„Shape of Water“ könnte bei der Verleihung am 4. März zum großen Oscar-Gewinner werden - der Film ist 13 Mal nominiert. „Shape of Water“, was übersetzt so viel bedeutet wie „Form des Wassers“, erzählt von einer stummen Putzfrau, die sich in ein Fabelwesen verliebt. Das Werk kommt am 15. Februar in die Kinos.