| 22:28 Uhr

Krimis, Komödien und ein Drama

Homburg. Wie sieht es aus, das Theaterprogramm im Homburger Saalbau in der Saison 2012/2013? Die Antwort auf diese Frage, und noch einige mehr, gaben am Donnerstag Raimund Konrad, Homburgs zuständiger Beigeordneter für Kultur, und Christoph Neumann, der dem Amt für Kultur und Tourismus vorsteht, in einer eigens anberaumten Pressekonferenz Von Merkur-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Homburg. Wie sieht es aus, das Theaterprogramm im Homburger Saalbau in der Saison 2012/2013? Die Antwort auf diese Frage, und noch einige mehr, gaben am Donnerstag Raimund Konrad, Homburgs zuständiger Beigeordneter für Kultur, und Christoph Neumann, der dem Amt für Kultur und Tourismus vorsteht, in einer eigens anberaumten Pressekonferenz. Bei der Botschaft dabei: Die Bühne wird in der kommenden Spielzeit von Komödie und Krimi dominiert, dies hätte die Wahl der Abonnenten und einer ausgewählten Gruppe von Saalbau-Besuchern ergeben.Raimund Konrad präzisierte das fast schon traditionelle Auswahlverfahren, mit dem Homburg seit langem einen sehr dem Publikum zugewandten Weg in der Gestaltung des Programms geht: "Wir machen in jedem Jahr gewisse Vorgaben hinsichtlich des Portfolios. So möchten wir gerne bekannte Theaterschauspieler gewinnen. Wir haben aber auch immer die Schulen im Auge gehabt und uns zum Ziel gesetzt, literarisch anspruchsvolle Themen zu besetzen."

Insgesamt 30 Stücke hatten die Homburger Kultur-Verantwortlichen unter diesen Prämissen vorgeschlagen, mit Tennessee Williams "Endstation Sehnsucht" konnte sich zumindest ein Drama ganz vorne in der Wunschliste der Homburger Theaterfans platzieren.

Ansonsten wird es in der Saison 2012/2013 heiter bis spannend: Die "Zwölf Geschworenen" werden ebenso ein Gastspiel geben wie die bekannte Schauspielerin Ellen Schwiers mit dem Stück "Gin Rommé". Bemerkenswert: Aus dem Kreis der vorgeschlagenen Theaterstücke konnte sich auf Platz zwei das Homburger Amateur Theater mit der Komödie "Der nackte Wahnsinn" behaupten. Auf Platz eins in der Gunst der Befragten landete das Stück "Kleine Eheverbrechen", gespielt vom Landestheater Dinkelsbühl. "Ich denke, die Leute haben gut gewählt", zeigte sich Raimund Konrad sicher, "und wir haben wieder ein attraktives Programm zu bieten."



Die Pressekonferenz diente Konrad und Neumann aber nicht nur, die kommende Saison in Grundzügen vorzustellen, sondern durchaus auch selbstkritisch das eigene Wirken zu reflektieren. Denn: Der Homburger Weg bei der Gestaltung des Theaterprogramms bringt auch die Gefahr mit sich, unter einer eingeschworenen Klientel durchweg inhaltlich Gewohntes als Ergebnis der Befragung zu erhalten.

Davon mag auch das "Scheitern" künden, für die Saison 2012/2013 ein Werk von Georg Büchner auf den Spielplan zu heben. 2013 ist Büchner-Jahr. Christoph Neumann bezeichnete sich bei der Einschätzung des Auswahlverfahrens selbst als "wankelmütig", sieht auch die latente Gefahr, immer im gleichen Teich zu fischen. "Eben deswegen wollte ich mit Büchner einen Stoff liefern, der nicht einfach nur konsumiert werden kann." Doch Neumanns Intentionen fanden keinen Widerhall. Für den Kulturamtsleiter aber nachvollziehbar. "Ich habe mich dann selbst gefragt, was ich gerne sehen würde. Und das wäre etwas, was mich unterhält, was mich zum Lachen bringt, was mich in eine andere Welt entführt."

Ein großes Problemfeld sprachen die beiden am Donnerstag auch an: Die nicht funktionierende Zusammenarbeit mit den Schulen. Hier wäre die Resonanz auf Angebote in der Vergangenheit "enttäuschend" gewesen. Daran wollen Konrad und Neumann nun verstärkt arbeiten.

 Homburgs Kulturbeigeordneter Raimund Konrad (links) und Christoph Neumann vom Amt für Kultur und Tourismus der Stadt Homburg, stellten am Donnerstag in Grundzügen das Theaterprogramm der Saison 2012/2013 vor. Foto: Thorsten Wolf
Homburgs Kulturbeigeordneter Raimund Konrad (links) und Christoph Neumann vom Amt für Kultur und Tourismus der Stadt Homburg, stellten am Donnerstag in Grundzügen das Theaterprogramm der Saison 2012/2013 vor. Foto: Thorsten Wolf