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Handschrift geht auf Elisabeth von Lothringen zurück
Kostbares Buch in Saarbrücken

Saarbrücken. Historisches Museum zeigt Handschrift, die auf Elisabeth von Lothringen zurückgeht. Von Cathrin Elss-Seringhaus

() Die Saarbrücker Burg war das Zuhause der Elisabeth von Lothringen (nach 1393 bis 1456). Die gebürtige Französin hat nicht nur als deutsche Regentin reüssiert, sie hat auch Kulturgeschichte geschrieben, als sie mit rund 40 Jahren ihr Faible für Literatur auslebte. Vier französische Abenteuerlieder ließ sie nicht nur ins Deutsche übersetzen, sie überführte deren Reimsprache auch in Prosa. Deshalb wird Elisabeth als erste Unterhaltungsroman-Autorin Europas angesehen, und deshalb hat sie auch einen Platz in der „Saar-Prominenz“-Ausstellung, die noch bis 13. Mai im Historischen Museum Saar am Saarbrücker Schlossplatz läuft. „Herpin“ ist bereits die zweite kostbare Original-Handschrift aus dem 15. Jahrhundert, die den Weg nach Saarbrücken findet.

Die Leihgabe aus der Berliner Staatsbibliothek wird erstmals im Saarland gezeigt. In einem stark verdunkelten Kabinett wartet eine Audiostation, die frühneuhochdeutsche Textstellen vergegenwärtigt, sowie der 800-Seiten-Foliant. Ein „Meilenstein der Literaturgeschichte“, wie es dazu gestern im Rahmen einer Pressekonferenz hieß.

Die Handschrift stammt aus einer Nürnberger Werkstatt, in der ein Lehrer von Albrecht Dürers wirkte. Sie ist nur bis zum 15. April zu sehen.