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Kammermusiktage Mettlach
Musikalisches Wechselbad in der Alten Abtei

Mettlach. Die neue künstlerische Leiterin der Kammermusiktage, Geigerin Franziska Hölscher, hatte zu einem Konzert-Wochenende ins Refektorium der Alten Abtei eingeladen und das Publikum erlebte ein musikalisches Wechselbad in gewittrig schwüler Atmosphäre. Von Helmut Fackler

Die jungen Musiker leisteten dennoch Erstaunliches. Wer bei der Nr. 5 aus Jean-Philippe Rameaus „Pièces de Clavecin en concert“ etwa das Cembalo vermisste, muss kein Purist sein. Mit Klavier (Yu Kosuge), Violine (Franziska Hölscher) und Violoncello (Benedict Kloeckner) wurde Rameau in die Klangwelt des 20. Jahrhunderts gerückt.

Anders die „Arpeggione-Sonate“ von Franz Schubert. Das „Guitarre-Violoncell“, längst aus dem Musikleben verschwunden, wird heute meist durch das Cello ersetzt. Kloeckner holte alles aus seinem Instrument heraus: expressive Feinfühligkeit, große sangliche Bögen, virtuoses Laufwerk. In Schuberts „Fantasie f-moll“ für Klavier zu vier Händen übernahm Jacques Ammon den unteren Part neben Yu Kosuge. Auf hohem technischen Niveau wurde vorwiegend perkussiv gehämmert. Wohl schreibt Schubert Fortissimi und Akzente vor, doch die vielen Pianissimi fielen der aggressiven Spielweise meist zum Opfer.

Bei Felix Mendelsohn-Bartholdys Klaviertrio d-moll war der meist quirlige, hochvirtuose Klavierpart immer präsent, hingegen nie aufdringlich. Die Streicher „sangen“ aufs Schönste miteinander. Robert Schumann meinte: „ein Meistertrio“. So wurde es auch gespielt und zum Höhepunkt des Abends