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Film der Woche
„Ich hab’ heut Nacht Sex!“

Julie (Kathryn Newton), die junge blonde Dame im roten Kleid, ist fest entschlossen: In dieser turbulenten und feuchtfröhlichen Nacht will sie ihre Jungfräulichkeit verlieren. Was die jungen Männer auf der Party wohl davon halten...
Julie (Kathryn Newton), die junge blonde Dame im roten Kleid, ist fest entschlossen: In dieser turbulenten und feuchtfröhlichen Nacht will sie ihre Jungfräulichkeit verlieren. Was die jungen Männer auf der Party wohl davon halten... FOTO: Quantrell D. Colbert UPI / UPI
„Der Sex Pakt“ von Kay Cannon ist eine überhitzte Komödie für die ganze Familie.

Kaum eine amerikanische Schul-Komödie, die ohne das Thema Abschlussball auskommt: Meist ist es dieser besondere, mit oft zu hochgesteckten Erwartungen aufgeladene Abend, der in populären Filmen die Schulzeit abrundet. In dem US-Werk „Der Sex Pakt“ geht es den Protagonistinnen nicht nur um den richtigen Tanzpartner: Die drei Freundinnen haben sich geschworen, just an diesem Tag auch ihre Jungfräulichkeit zu verlieren. Diese Rechnung haben sie allerdings ohne ihre Eltern gemacht – gespielt von Leslie Mann („Immer Ärger mit 40“), dem Wrestler John Cena und Ike Barinholtz („Bad Neighbors“).

Autorin Kay Cannon („Pitch Perfect“) legt mit „Der Sex Pakt“ ihr Debüt als Regisseurin vor. Allzu alt ist dieser Film noch nicht, da fällt ein mit Verve gesprochener Satz: „Ich hab’ heut Nacht Sex!“. In der Schulkantine tut Julie (Kathryn Newton) ihre Absicht kund. Um im Nu auch ihre besten Freundinnen davon zu überzeugen, dass es genau in dieser Nacht unbedingt passieren muss.

Die Eltern Lisa (Mann), Hunter (Barinholtz) und Mitchell (Cena) verbindet eine Art Zwangsfreundschaft, seit sie gemeinsam ihre drei Girls eingeschult haben. Sie rüsten sich für eine hochturbulente wie feuchtfröhliche Nacht, in der es unter anderem um die Frage geht, welch Bedeutung Auberginen wohl im digitalen Jugendsprech haben.



Bei aller Massenkompatibilität gelingt es dieser überhitzten Komödie durchaus, ein ernstes Thema anzureißen: den Kontrollwahn von Eltern, die meinen, alles im Leben ihrer Kinder überwachen zu müssen. Ein Kontrollwahn, der – glaubt man Medienberichten und auch diesem Film – in den USA noch ganz andere Ausmaße anzunehmen in der Lage ist als etwa in Europa.

Wo sich handelsübliche Adoleszenz-Komödien gern auf die Perspektive der jungen Protagonisten kaprizieren, da wechselt dieser Film recht geschickt zwischen der Sicht der Erwachsenen und der ihrer Kinder. Es geht im „Sex Pakt“ also keineswegs vor allem um die Bemühungen der drei Mädchen, nun endlich ihr erstes Mal hinter sich zu bringen. Ebenso viel Platz räumt das Werk den besorgten Helikopter-Eltern ein: Bei dem vermeintlich unmöglichen Unterfangen, die eigenen Töchter vorm ersten Sex zu bewahren, müssen Lisa, Mitchell und Hunter so manche Hürde nehmen, so manches Abenteuer bestehen. Wenn man so will, dann handelt es sich beim „Sex Pakt“ um ein Kinowerk für (fast) die gesamte Familie: Väter und Mütter dürfen mit Hunter und Co. mitleiden, Teenager und junge Erwachsene mit den Töchtern mitfiebern.

USA 2018, 102 Min.; Regie: Kay Cannon; Buch: Brian und Jim Kehoe; Kamera: Russ T. Alsobrook; Musik: Matteo Messina; Darsteller: John Cena, Kathryn Newton, Leslie Mann, Ike Barinholtz.