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Filmfstspiele Ludwigshafen
Theater, Tanz und Trump

  Zur Eröffnung der Festspiele Ludwigshafen tanzt das „Israel Ballet“ – hier bei einer Probe – das selten in Deutschland gastiert, „Black Swan“ von Andonis Foniadakis und „Nova Carmen“ von Sharon Eyal.
Zur Eröffnung der Festspiele Ludwigshafen tanzt das „Israel Ballet“ – hier bei einer Probe – das selten in Deutschland gastiert, „Black Swan“ von Andonis Foniadakis und „Nova Carmen“ von Sharon Eyal. FOTO: dpa / Ira Tashlitsky
Ludwigshafen. Bühne frei für die Festspiele! Bis Mitte Dezember ist Ludwigshafen erneut Gastgeber von nationalen und internationalen Ensembles auf hohem Niveau. Die Stadt am Rhein lotet dabei auch brennende Gegenwartsfragen aus.

(dpa) Die Festspiele Ludwigshafen starten am heutigen Freitag – und bieten gleich einen Höhepunkt. Zur Eröffnung tanzt das Israel Ballet, das eher selten in Deutschland gastiert, „Black Swan“ von Andonis Foniadakis und „Nova Carmen“ von Sharon Eyal. Den Stücken liegen die Werke von Peter Tschaikowsky („Schwanensee“) und Georges Bizet („Carmen“) zugrunde (19.30 Uhr). So rasant geht es weiter bis zum Ende der Festspiele am 14. Dezember.

Mit besonderer Spannung dürfte auch das Gastspiel des Berliner Ensembles mit Bertolt Brechts und Kurt Weills „Dreigroschenoper“ im Pfalzbau erwartet werden. In der feinen Inszenierung von US-Regisseur Robert Wilson amüsieren Angela Winkler („Die Blechtrommel“) als kokette Spelunken-Jenny und Jürgen Holtz („Motzki“) als scheinheiliger Moralapostel Jonathan Peachum (9./10./11.11.).

Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek zieht in ihrem Stück „Am Königsweg“ Parallelen zur Selbstinszenierung von US-Präsident Donald Trump. Das Deutsche Schauspielhaus Hamburg will darin die Frage ausloten, ob Rechtspopulismus und Superkapitalismus immer gemeinsam auftreten (1./2.11.). Spektakulär wird auch die Inszenierung „Sutra“, die inspiriert ist von Kraft, Präzision und Schönheit der Shaolin-Kampfkunst. Vom flämisch-marokkanischen Choreographen Sidi Larbi Cherkaoui stammt das akrobatische Werk (19./20.11.).



Diskussionen ergänzen das Programm, etwa mit dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) über „Identität“ (18.11.). Der Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma liest aus den Werken des deutschen Autors Arno Schmidt (13.11.). Die Festspiele in der zweitgrößten Stadt in Rheinland-Pfalz fanden erstmals 2004 statt.