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Elektrofestival
Heiße Elektro-Nächte bei Nature One

Dj Moguai legte auf der Hauptbühne der „Nature One“ auf.
Dj Moguai legte auf der Hauptbühne der „Nature One“ auf. FOTO: dpa / Thomas Frey
Kastellaun. Das Elektro-Festival hat rund 54 000 Fans angezogen – Einsatzkräfte zufrieden.

Bei hochsommerlichem Wetter, dafür aber ohne ein geplantes Feuerwerk ist das Elektro-Festival „Nature One“ über die Bühne gegangen. Insgesamt rund 54 000 Fans feierten von Freitag bis Sonntag auf der einstigen Raketenbasis Pydna bei Kastellaun im Hunsrück. Das waren einer Sprecherin des Veranstalters zufolge ungefähr 2000 weniger als im Vorjahr. Solche Schwankungen gebe es aber immer wieder, sagte sie gestern. Polizei und Deutsches Rotes Kreuz (DRK) zogen ein positives Einsatzfazit.

Ein für die Nacht auf Sonntag vorgesehenes Feuerwerk musste indes wegen der Brandgefahr abgesagt werden, wie die Sprecherin des Veranstalters sagte. Die Besucher hätten aber Verständnis gezeigt. „Die Raketen lagern wir ein und packen sie nächstes Jahr oben drauf“, sagte die Sprecherin. Dann werde es zum 25. Geburtstag von „Nature One“ im kommenden Jahr eben ein besonders großes Feuerwerk geben.

Bei der 24. Auflage des Events standen bis zum Sonntagmorgen rund 350 Acts auf dem Programm, teils unter freiem Himmel oder in Bunkern. Mit dabei waren Szenegrößen wie der französische Acid- und Tranceproduzenten Emmanuel Top, das ägyptische Trance-Duo Aky & Fila und Techno-DJ Charlotte de Witte aus Belgien.



Eine Polizeisprecherin sagte, trotz der Hitze sei alles absolut friedlich verlaufen, größere Störungen habe es nicht gegeben. Es sei nur zu kleineren, bei solchen Großveranstaltungen üblichen Körperverletzungsdelikten gekommen. Auch die üblichen Funde von Ecstasy, Cannabis und Amphetaminen habe es gegeben, aber nicht in herausragendem Ausmaß. Die Festivalbesucher hätten sich angesichts der Trockenheit zudem sehr vorsichtig beim Grillen oder mit Zigaretten verhalten. „Das muss man auch mal lobend erwähnen.“

Das DRK war mit rund 700 Einsatzkräften auf der Pydna. Die meisten Besucher hätten bei Temperaturen von weit über 30 Grad auf ausreichenden Hitzeschutz geachtet. „Wir sind wirklich zufrieden“, sagte Sprecher Philipp Köhler. „Wir haben keine lebensbedrohlichen Notfälle gehabt.“ Deutlich häufiger als sonst hätten den Besuchern aber Insektenstiche zu schaffen gemacht, einige hätten allergische Reaktionen gezeigt. In einer Nacht hätten sich binnen einer halben Stunde gleich 30 Patienten wegen Stichen behandeln lassen.

Unter dem Strich sei 2150 Besuchern geholfen worden, 110 hätten in Krankenhäuser gemusst. Das DRK hatte während des Einsatzes auch eine prominente Besucherin: die rheinland-pfälzische CDU-Chefin und Bundesagrarministerin Julia Klöckner kam den Angaben zufolge am Freitagabend vorbei.