| 22:50 Uhr

Musikfestspiele Saar
Drei Chöre für Händels Psalm-Vertonung

Saarbrücken. Ambitioniertes Projekt in der Stiftskirche St. Arnual.

Im Rahmen der Musikfestspiele Saar haben sich drei Vokalensensembles für das gemeinsame Projekt „Dixit Dominus“ zusammengetan. Händels Psalm-Vertonung brachten sie am Samstag in der Stiftskirche St. Arnual zu Gehör. ,,Enona“ (Mainz), das „Filsbach Consort“ (Mannheim) und das saarländische Ensemble „SAarVoir Chanter“, instrumental unterstützt von Studenten der Hochschule für Musik Saar, hatten zudem weitere geistliche Werke erarbeitet.

Die Kantate „Alles was ihr tut“ von Dietrich Buxtehude fand bei allem Pietismus heiteren Ausdruck. Emotionaler ist Jan Dismas Zelenkas „Miserere“ im düsteren c-moll. Dem Streicher-Ensemble hätte man ein zweites Violoncello gewünscht, um das Profil des Generalbasses zu schärfen. Gespielt wurde auf modernen Instrumenten, „historisches“ Musizieren war also nicht beabsichtigt. Zelenkas Generalbass-Polyphonie wurde großflächig ausgebreitet und klangvoll in Szene gesetzt.

Das namensgebende geistliche Konzert „Dixit Dominus“ hatte der damals gerade mal 20-jährige Georg Friedrich Händel 1707 in Rom geschrieben. Der italienische Einfluss ist in anspruchsvollen Koloraturen der Vokalstimmen nicht zu überhören. Psalm 110 (nach der Lutherbibel) ist die Textgrundlage, Martialisches bestimmt die Aussage. Das hat Händel instrumental auch trefflich klangmalerisch umgesetzt. Davon hätte man gerne mehr gehört an Affekt und Effekt, an Punktierungen, herabstürzenden Dreiklang-Kaskaden, harmonischen Schärfungen. Gepflegtes Legato-Spiel ist zwar ästhetischer als kraftvolles Martellato, wird aber der Aussage weniger gerecht.



Die gesanglichen Qualitäten der meist semiprofessionellen Sänger überzeugten, auch wenn es hier und da an Akzentuierungen fehlte. Auch die Solisten gaben eine solide Leistung ab. Dirigent Mauro Barbierato hielt mit sanfter Gestik Chor und Orchester gut zusammen und sorgte für dynamische Kontraste. Die Interpreten wurden mit viel Beifall bedacht.