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Konzert-Kritik
Milows Sommer-Klänge im Atelier

 Singer-Songwriter Milow am 29. September 2019 beim Auftritt im Den Atelier in Luxemburg. Foto: Eric Kolling
Singer-Songwriter Milow am 29. September 2019 beim Auftritt im Den Atelier in Luxemburg. Foto: Eric Kolling FOTO: Eric Kolling
Luxemburg. Der Singer-Songwriter startete am Sonntag in Luxemburger seine neue Live-Tour. Von Eric Kolling

Milow ist in Luxemburg Stammgast. Neunmal trat der Belgier Jonathan Vandenbroeck hier in den letzten zehn Jahren auf, alleine sechsmal im Atelier. Am Sonntag hatte er die Location als Startort für seine „Lean into Me“-Tour auserkoren. Zwei Stunden voller Musik versprach der 38-Jährige anfänglich – und hielt. Mit 125 Minuten sei es eines der längsten Konzerte gewesen, das er bisher überhaupt gespielt habe, schrieb er anschließend bei Facebook.

Und die 125 Minuten hatten es in sich: Luftschlangen, Funkenfontänen, donnernder Applaus, prächtige Tanz- und Feierstimmung von Beginn an unter den etwa 1000 Zuschauern. Die der Singer-Songwriter geschickt befeuerte, indem er gleich das erste Lied, seinen frühesten Hit „You don’t know“, mit Spezialmikro und Gitarre auf der Treppe des kleinen Ateliers zum Besten gab. Gefolgt von spaßigen Ansagen, Anekdoten und Frotzeleien mit den Kollegen. Die Message: Wir haben Spaß!

Die kommt an. Denn merklich stimmt die Chemie unter den sechs auf der Bühne. Nichts zu spüren davon, dass die Band erst seit wenigen Tagen zusammen probt. Ein gewohnt spielstarkes Ensemble, aus dem wie schon vor acht Jahren Backgroundsängerin Nina Babet und vor allem Gitarrist Tom Vanstiphout herausragen. Als (Mit)-Sänger und dank seiner Soli, die etwa „Ayo technology“ sphärischen Pep verleiht.



Die Hit-Dichte hat in den Jahren abgenommen, starke Stücke wie „Howling at the Moon“, mit dem er den regulären Teil beschließt, oder „Lay you worry down“, das letzte Lied des Abends, zeugen aber weiter von Milows Schreib- und Komponierfähigkeiten. Generell ist sein aktuelles Album zurückhaltend, privat geworden und erwachsener als die Vorgänger. Live klingt es flotter.

Bei der ganzen Gute-Laune-Atmosphäre fällt vieles nicht negativ ins Gewicht. Etwa, dass Martin + James für das Konzert als Vorband ausgefallen sind. Gestern taten sie bei Facebook kund, dass das auch für die anstehenden Deutschland-Konzerte gilt. Schade, die beiden Briten traten schon 2011im Atelier vor Milow auf – und erspielten sich eine Fanbasis.

Seine hat Milow 2018 durch das TV-Format „Sing meinen Song“ vergrößert – ebenso wie sein Live-Repertoire. Er covert „Weiße Tauben“ von Johannes Oerding, der auch Gast besagter Show war. Und Wincent Weiss‘ „Musik sein“. Die Story, dass er für die Sendung extra Deutsch lernte, kennt man zwar inzwischen zur Genüge, aber auch das trübt an dem Abend die Freude keinen Deut. Ebenso wenig, dass die Zugabe gediegen ausfällt. Man ist sicher: Milow wird bald zurückkommen.