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Französin blickt auf wildes Leben zurück
Freiheitsliebend und exzentrisch: Fanny Ardant feiert 70. Geburtstag

Paris. (dpa) Sie trägt Leder, vorzugsweise Schwarz, färbt ihre Haare hellblond und ist ziemlich abgedreht. In ihrem jüngsten Film spielt Fanny Ardant eine Mutter, für die sich ihr erwachsener Sohn schämt,.

Eine Rolle, in der sich Ardant, die heute 70 Jahre alt wird, streckenweise selber spielt.

Leidenschaftlich, authentisch, unkonventionell und entschlossen: So schaffte sie 1981 auch ihren internationalen Durchbruch in „Die Frau nebenan“ von François Truffaut. In dem Drama spielt sie eine verheiratete Frau, die sich in eine leidenschaftlich Affäre mit dem Nachbarn einlässt, die tödlich endet.

Ardant war Truffauts letzte Geliebte und Muse. Mit dem Autorenfilmer drehte sie noch „Auf Liebe und Tod“, in dem sie eine Sekretärin spielt, die sich als Prostituierte verkleidet, um einen Mordfall aufzudecken. Der 1983 erschienene Krimi war Truffauts letzter Film, bevor er ein Jahr später mit 52 Jahren an einem Gehirntumor starb.



Für Ardant, die 1983 ihre gemeinsame Tochter Joséphine zur Welt brachte, war die Begegnung mit Truffaut wegweisend. Er habe ihr Dasein als Frau und Schauspielerin völlig auf den Kopf gestellt, wie sie später sagte.

Ardant stammt aus einer altehrwürdigen Bürgerfamilie. Ihr Vater war Militärgouverneur von Monaco, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Im südfranzösischen Aix-en-Provence studierte sie Politikwissenschaft, bevor sie nach Paris ging, um Schauspielunterricht zu nehmen.

Gespielt hat sie mit den Größten der Branche, darunter Volker Schlöndorff, Alain Resnais, Claude Lelouch und Costa-Gavras. Traditionelle Sitten und Moralnormen überschreitet sie auch in ihrem Privatleben. Ihr bewegtes Leben, drei uneheliche Töchter von drei Vätern, beschreibt sie bildhaft als „Rock‘n‘Roll“. Als Anhängerin der Untreue bezeichnet sie sich, weil ein Seitensprung eine Ehe durchaus wieder anspornen könne, und weil sie Lügen hasst. Sie habe übertrieben gelebt, so ihr Geständnis.

(dpa)