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Baustelle als Totengräber für Traditionsorchester?
Filmorchester Babelsberg wegen Baulärms vor dem Aus

Potsdam. (dpa) Das traditionsreiche Filmorchester Babelsberg steht vor dem Aus. Wegen Lärms durch Bauarbeiten könne es sein Studio nicht mehr für Tonaufnahmen nutzen, teilte Intendant Klaus-Dieter Beyer gestern mit.

Damit fielen Haupteinnahmequellen weg. Es sei nicht möglich, während der etwa eineinhalbjährigen Bauzeit auf andere Studios auszuweichen. 

Mit Bedauern habe man von der Ankündigung des Intendanten des Orchesters erfahren, keine weiteren Aufträge mehr anzunehmen und Mitarbeiter zu entlassen, teilte der Potsdamer Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt, Bernd Rubelt, mit. „Wir hoffen, dass damit noch nicht das letzte Wort gesprochen ist.“ Auch das Kulturministerium setzt auf weitere Gespräche. Das Orchester hat einen Etat von 3,5 Millionen Euro. Rund 1,7 Millionen Euro steuert das Land als Förderung bei. Den Rest muss das Ensemble aufbringen – 60 Prozent davon über Musikeinspielungen für Filmproduktionen, wie Beyer erklärte. Durch den Wegfall dieser Einnahmen sei die Existenz des Orchesters nicht mehr zu sichern. Den 66 Musikern müsse gekündigt werden. Die bis Jahresende geplanten Konzerte liefen.