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„Glücklich wie Lazzaro“
Als gehöre er nicht zu dieser Welt

Ein alter Wolf begleitet Lazzaro auf seinem märchenhaften Weg. Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus dem Filmplakat.
Ein alter Wolf begleitet Lazzaro auf seinem märchenhaften Weg. Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus dem Filmplakat. FOTO: Verleiher / Diverse
Rom. „Glücklich wie Lazzaro“ von Alice Rohwacher erzählt eine Heiligengeschichte.

Die italienische Regisseurin und Autorin Alice Rohrwacher zeichnet in ihren Spielfilmen sehr feinfühlige Figuren und erzählt überaus fesselnde Geschichten, in denen poetische und magische Momente in die Realität eindringen und sie aufbrechen.

Im Mittelpunkt ihres Films „Glücklich wie Lazzaro“ steht der junge Landarbeiter Lazzaro (Adriano Tardiola), ein unscheinbarer Heiliger, der keine Wunder vollbringt und keine besonderen Fähigkeiten besitzt. Wie ein Tagträumer bewegt er sich mit seinen großen, weit geöffneten Augen durchs Leben, glaubt immer an das Gute im Menschen, denkt von keinem etwas Böses. Er handelt so arglos, hilfsbereit und zuvorkommend, als gehöre er nicht zu dieser Welt. Eines Tages bietet ihm Tancredi, der Sohn der Tabakkönigin Marchesa Alfonsina de Luna, die Freundschaft an. Und damit verändert sich Lazzaros Leben.

„Glücklich wie Lazzaro“ beginnt mit wunderschönen Bildern und Szenen in dem Dorf Inviolata, abends bei spärlichem Licht mit kichernden Mädchen und jungen Männern, von denen einer mit viel Herzblut ein reichlich kitschiges Liebeslied singt: „Meine Reisblüte, Du bis wie eine kleine Nelke in der Vase, Du lässt die Engel aus dem Paradies herabsteigen . . .“



Aus dem Dorf führt die symbolträchtige, in faszinierendem Licht wunderschön leuchtend von Hélène Louvart im Super-16-Format gefilmte Geschichte Lazzaro dann irgendwann in die Stadt und märchenhaft durch 50 Jahre italienische Geschichte.

„Glücklich wie Lazzaro“, Ita/D/F/Schweiz 2018, 128 Minuten, Regie und Buch: Alice Rohrwacher; Kamera: Hélène Louvart; Darsteller: Adriano Tardiolo, Alba Rohrwacher, Agnese Graziani, Tommaso Ragno, Luca Chikovani.