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Filmfestspiele
Filmfestspiele: Goldener Löwe für „Joker“ in Venedig

Venedig. Der Psychothriller „Joker“ hat mit der Königstrophäe bei den Internationalen Filmfestspielen Venedig seine Favoritenrolle bei den anstehenden Preisverleihungen der Branche gefestigt. Die düstere Comicverfilmung um die Vorgeschichte des legendären Erzfeinds von Batman wurde am Samstagabend auf dem Lido mit dem Goldenen Löwen geehrt.

„Joker“-Regisseur Todd Phillips dankte Warner Bros. und dem Comic-Verlag DC dafür, „ihre Komfortzone verlassen und es mit ihm und dem Film gewagt“ zu haben.

Der Psychothriller zeichnet die Wandlung des von Joaquin Phoenix gespielten Arthur Fleck vom Komiker zum skurrilen Meisterkriminellen mit clowneskem Erscheinungsbild nach. Todd zeigte sich voll des Lobes über Phoenix‘ schauspielerische Leistung. „Danke, dass du mir deine Wahnsinnstalente anvertraut hast“, sagte er dem neben ihm stehenden Hollywoodstar.

Die Trophäe für die beste männliche Hauptrolle ging aber nicht an Phoenix, der für seine „Joker“-Darstellung mit frenetischem Applaus bedacht worden war. Die Jury ehrte den Italiener Luca Marinelli für seine Darbietung in der Jack-London-Adaption „Martin Eden“. Beste Schauspielerin wurde die Französin Ariane Ascaride, die in dem Drama „Gloria Mundi“ brilliert hatte.



Die Trophäe für die beste Regie ging an den schwedischen Filmemacher Roy Andersson für sein Drama „Über die Unendlichkeit“, das beste Drehbuch schrieb nach Auffassung der Jury der Hongkonger Regisseur Yonfan mit „No. 7 Cherry Lane“.

Roman Polanskis Historiendrama „J‘accuse“ gewann den Großen Preis der Jury. Der Beitrag sorge im Vorfeld für Kontroversen: Polanski floh vor vielen Jahren aus den USA, nachdem er sich schuldig bekannte, Geschlechtsverkehr mit einer 13-Jährigen gehabt zu haben. Jury-Präsidentin Lucrecia Martel erklärte dazu, sie „trennt nicht die Kunst vom Künstler“, habe aber keine Vorbehalte gegen Planskis Film.

(dpa)