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Film im Kuchen aus Iran geschmuggelt

 Der iranische Regisseur Jafar Panahi. Foto: dpa
Der iranische Regisseur Jafar Panahi. Foto: dpa
Cannes. Der iranische Regisseur Jafar Panahi steht unter Hausarrest und durfte nicht zum Festival in Cannes. Doch sein neuer Film wurde in einem Kuchen ins Ausland geschmuggelt - gespeichert auf einem USB-Stick

Cannes. Der iranische Regisseur Jafar Panahi steht unter Hausarrest und durfte nicht zum Festival in Cannes. Doch sein neuer Film wurde in einem Kuchen ins Ausland geschmuggelt - gespeichert auf einem USB-Stick. "Der Kuchen mit dem Film drin wurde von einer Frau nach Paris gebracht", sagte Serge Toubiana, Unterstützer Panahis und Leiter der Cinémathèque française, am Freitag bei den Filmfestspielen in Cannes. Dort wurde Panahis Werk "This is not a film" in der offiziellen Sektion in einer Sondervorstellung gezeigt.Das 75-minütige Werk "This is not a film" (Dies ist kein Film) beobachtet Jafar Panahi in seinem Zuhause im Iran. Die Dokumentation wurde von dem 50-Jährigen und seinem Kollegen Mojtaba Mirtahmasb gedreht. "Wir haben uns entschieden, da wir nicht etwas über die Gesellschaft drehen dürfen, etwas über uns zu drehen", erklärte Mirtahmasb in Cannes. "Wir wollten nicht aufgeben, sondern etwas tun. Wir haben uns entschieden, unsere Energie, die nicht genutzt wurde, für etwas zu gebrauchen."

Panahi, der zu 20 Jahren Berufs- und Reiseverbot sowie mehrjähriger Haft verurteilt wurde, sei angesichts seiner Situation nicht desillusioniert. "Ohne Hoffnung können wir nicht arbeiten und weitermachen", sagte sein Kollege. "Es gibt ein Sprichwort, das sagt: Hoffnung ist das, was uns bis zum Schluss erhalten bleibt."

Die Sondervorführung beim 64. Filmfestival in Cannes ist laut Mirtahmasb ein Weg, den Film einem größeren Publikum zu zeigen.



Panahi konnte in diesem Jahr seine Position als Jury-Mitglied der Berlinale nicht wahrnehmen. 2010 hätte er Jury-Mitglied des Filmfestivals in Cannes sein sollen. dpa

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