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Festival hofft auf mehr Publikum im Herbst

Homburg. Im Frühherbst anstatt wie bisher im Juni laden die Kammermusikfreunde Saar-Pfalz zur 20. Auflage der Internationalen Kammermusiktage Homburg ein. Das ist aber nicht die einzige Neuerung zum runden Geburtstag. Ulrike Stumm

Mit weiteren Spielstätten, zum Beispiel der Festhalle Zweibrücken, einer Ausdehnung des Konzertangebots auf zehn Tage, einer verstärkten Präsenz in Schulen sowie einem Festival-Magazin soll das Motto "Aufbruch" umgesetzt werden. Für das musikalische Programm zeichnet weiter das Berliner Vogler-Quartett verantwortlich. Das ist wie gewohnt selbst zu hören. Die Gästeliste zeigt: Der Begriff Kammermusik wird durchaus weit gefasst.

So spielen in den zehn Konzerten vom 24. September bis zum 3. Oktober das Trio Image, das Leipziger A-Cappella-Quintett amarcord, der Mandolinenspieler Avi Avital, der Jazz-Cellist Stephan Braun, Sabrina Ma (Percussion), der Pianist Matan Porat, der Bassist Frithjof-Martin Grabner und der Komponist Moritz Eggert .

Hinter den Kulissen sei lange über die zeitliche Verschiebung diskutiert worden, erläutert Roman Länger vom Festival-Management. Für den Frühherbst-Termin habe unter anderem gesprochen, dass der Juni der Monat sei, in dem es in der Region die meisten Festivals gebe.

Ziel der Veranstalter ist es, neue Hörer zu gewinnen. Zuletzt seien die Kartenverkäufe leicht rückläufig gewesen, aktuell laufe es aber gut, hieß es. Auch mit nachlassender Spendenfreudigkeit habe man zu kämpfen gehabt. Das sei aber nicht nur bei ihnen so. "30 000 bis 40 000 Euro brauchen wir mindestens, dann ist es meistens schon knapp", fügt Balthasar Weinheimer hinzu, der Vorsitzende der Kammermusikfreunde und Mann der ersten Stunde. Die Sponsoren, so Länger, hätten positiv auf neue Ansätze reagiert. Die Stadt Homburg beteiligt sich finanziell nicht direkt an den Kammermusiktagen, stellt aber die Räume kostenfrei zur Verfügung, teilt deren Pressesprecher Jürgen Kruthoff mit. Zum Vergleich: Für die neun Meisterkonzerte zahlt Homburg pro Saison 80 000 Euro.

Übrigens: Noch vor dem Eröffnungsabend liefert das Festival am 24. September um 20 Uhr im Homburger Rathaus sozusagen Gründe für seine Berechtigung gleich mit. Unter dem Titel "Warum die Kammermusik eine goldene Zukunft hat" gibt es Musik, eine Diskussion und mehr. Das Vogler-Quartett wird dort dann auch sein neues Buch vorstellen: Darin geht es um die vergangenen 30 Jahre, in denen die Musiker in unveränderter Besetzung zusammenspielen - noch ein runder Geburtstag im Aufbruchsjahr.

Karten im Vorverkauf für 20 Euro sowie 10 Euro für Schüler und Studenten gibt es unter anderem online unter www. kammermusik-homburg.de