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Filmfestival Max Ophüls Preis
Das Max-Ophüls-Festival ist eröffnet

 Festivalleiterin Svenja Böttger (vorne) und Rosa von Praunheim (mit Hut) am Montagabend im Cinestar.
Festivalleiterin Svenja Böttger (vorne) und Rosa von Praunheim (mit Hut) am Montagabend im Cinestar. FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken. Am Montagabend fiel der Startschuss mit der Ehrung des Filmemachers Rosa von Praunheim.  Der begeistert sich für den „attraktiven Oberbürgermeister“ Saarbrückens. tok

Saarbrücken „kann sich glücklich schätzen“, findet Rosa von Praunheim, „dass es einen so attraktiven Oberbürgermeister hat“. Zu diesem Urteil über Uwe Conradt (CDU) kam der Filmemacher gestern Abend im Saarbrücker Cinestar, wo das 41. Filmfestival Max Ophüls eröffnet wurde.

Der 77-Jährige wurde als Ehrenpreisträger geehrt und konnte sich an einer sehr berührenden Laudatio erfreuen. Die Regisseurin Julia von Heinz hielt sie und zeichnete das Bild eines grenzenlos großzügigen Mentors für junge Filmemacherinnen und Filmemacher, bei dem man sich einige Lebenslektionen abschauen könne. Etwa „Machen, machen, machen“, stets anderen helfen und akzeptieren, dass in kreativer Hinsicht Unglück wichtiger sei als Glück. Und wenn gar nichts mehr gehe, dann helfe eben Zauberei: Von Praunheim habe sie, als ein TV-Projekt von ihr nicht weiterkam, mit einer Tomate und dem Bild des entscheidenden WDR-Redakteurs nachts in den Wald geschickt, wo sie sich den Erfolg intensiv wünschen solle  – am nächsten Tag sei die Zusage gekommen. So kann es gehen.

Der in Saarbrücken Geehrte wollte indes von der Formulierung „Ehrenpreis“ (den er im Interview vorab auch „Todes-Oscar“ genannt hatte) nichts wissen und nannte ihn konstant „Nachwuchspreis“ – schließlich habe er noch so viel vor. Der enorm produktive Regisseur hatte seine wichtigsten Mitarbeiter mitgebracht und reichte seinen Preis sozusagen per Dank an diese weiter, garniert jeweils mit einem selbstverfassten Gedicht.



Musik gab es zur Eröffnung auch – Heiner Bomhard, ein Hauptdarsteller aus Rosa von Praunheims Festival-Eröffnungsfilm „Darkroom“, sang unter anderem ein Praunheimsches Liebeslied, das mit schrägem Witz und einigem Gefühl durchaus ans Herz ging.