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„Tanz der Vampire“ in Köln
Ein Ritterschlag für den Blutsauger

Graf Krolock (David Arnsperger) zieht Sarah (Maureen Mac Gillavry) in seinen Bann.
Graf Krolock (David Arnsperger) zieht Sarah (Maureen Mac Gillavry) in seinen Bann. FOTO: Jens Hauer Josefinenstr. 16 D - / © all rights reserved by Jens H
Köln. Im Musical „Tanz der Vampire“ in Köln spielt nun David Arnsperger den Grafen Krolock.  Von Melanie Mai

Mit David Arnsperger hat Köln endlich wieder einen Grafen Krolock, der diese Rolle ausfüllt und verdient. Im Musical-Dome ist derzeit das Musical „Tanz der Vampire“ zu sehen — wegen der großen Nachfrage ist das Gastspiel bis 29. September verlängert. Arnsperger fühlt sich geadelt, das sei schon ein Ritterschlag in der Branche: „Das ist eine Rolle, mit der man anders rausgeht als man reingegangen ist.“ Für ihn habe es zwei Titelhelden gegeben, die er irgendwann mal spielen wollte: diesen Grafen und das „Phantom der Oper“. Beides kann er sich nun in seine Vita schreiben. Und jetzt? „Es gibt da beim Cirque des Soleil eine schöne, lustige Rolle, da bin ich scharf drauf.“ Und auch in „Les Misérables“ würde er mal gerne mitspielen. „Aber da stresse ich mich jetzt nicht.“

Jetzt ist er erst einmal für den Grafen Krolock gesetzt – für acht Shows pro Woche. Ihm zur Seite steht Maureen Mac Gillavry als Sarah. Für sie ist es die erste Longrun-Produktion überhaupt. „Ich merke, wie ich mit der Rolle wachse“, sagt sie. Und auch die Sache mit der Sprache klappe jeden Tag besser: „Es ist sehr schwierig, den Akzent loszuwerden“, sagt die Niederländerin.

„Tanz der Vampire“ basiert auf Roman Polanskis Film von 1967. Er hat auch das Musical, 1997 in Wien uraufgeführt, mitentwickelt, die Musik schrieb Jim Steinman, die Texte Michael Kunze. Es erzählt vom kauzigen Forscher Professor Ambrosius, der sich mit seinem Assistenten Alfred auf die Suche nach Vampiren macht. Dort treffen sie auf Gastwirts-Tochter Sarah, die nicht nur Alfred den Kopf verdreht. Auch Graf Krolock findet Gefallen an ihr und lädt sie zum Mitternachtsball in sein Schloss ein. Ambrosius und Alfred folgen ihr, um sie vor Unheil zu bewahren – und um die Existenz von Vampiren zu beweisen.



Während gerade die Ensemble-Nummern wegen des sehr lauten Orchesters schlecht zu verstehen sind, klingen die Hymnen wie „Draußen ist Freiheit“ oder „Totale Finsternis“ klar und gesanglich einwandfrei. Gänsehaut erregt Arns­perger mit „Die unstillbare Gier“, er vereint wunderbar Gefühl, Kraft und Verzweiflung. Auch die gruseligen Darsteller, die kreuz und quer im Saal verteilt singen, tragen ihren Teil zu den unvergesslichen Gänsehaut-Momenten bei.