| 00:20 Uhr

Historisches Museum der Pfalz
Ein Kaiser in der Pfalz — Ausstellung in Speyer über Valentinian I.

Der Portraitkopf eines römischen Kaisers, vermutlich von Valentinian I: Der Kopf ist eine Leihgabe des Ny Carlsberg Glyptotek Museums in Kopenhagen.
Der Portraitkopf eines römischen Kaisers, vermutlich von Valentinian I: Der Kopf ist eine Leihgabe des Ny Carlsberg Glyptotek Museums in Kopenhagen. FOTO: dpa / Andreas Arnold
Speyer. Kurzzeitig erlebte die Pfalz in der Spätantike eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit. Eine Ausstellung in Speyer zeigt das Werk des Herrschers Valentinian I.

Wohl kein römischer Kaiser prägte die Pfalz so wie Valentinian I. (321-375). Eine Ausstellung mit zum Teil erstmals öffentlich präsentierten Exponaten zeigt seit gestern Leben und Werk des Herrschers. Die Schau „Valentinian I. und die Pfalz in der Spätantike“ läuft im Historischen Museum der Pfalz bis zum 11. August 2019. „Die archäologischen Funde zeigen, wie bedeutsam die Pfalz als Grenzregion war“, sagt Direktor Alexander Schubert.

Valentinian I. residierte zunächst in Mailand, dann in Paris und später vor allem in Trier. Als sein Hauptverdienst gilt die weitgehende Sicherung der Rhein- und Donaugrenze. Dazu erstellte er ein Festungsbauprogramm: Vom Bodensee bis zur Mündung der Nordsee wurden Kastelle gebaut und ältere Befestigungen erneuert. Die Errichtung einiger Anlagen waren für den Kaiser Chefsache – so beaufsichtigte er etwa den Bau in Altrip und in Alzey persönlich.

„Nicht ohne Überraschung haben wir festgestellt, dass das Wirken von Valentinian I. in der Region weitgehend unbekannt ist“, sagte die Kuratorin Melanie Herget. „Umso mehr haben wir die Gelegenheit begrüßt, dieses spannende Thema in unserem Haus zu präsentieren und dem Herrscher und seiner Zeit erstmals eine Ausstellung zu widmen.“



Die Schau zeigt viele Exponate der Spätantike – vom Brotstempel von Eisenberg, dem ältesten Zeugnis des frühen Christentums in der Pfalz, bis zu einer Büste, die Valentinian I. zugeschrieben wird. Sie ist eine Leihgabe aus Kopenhagen. Daneben sind Funde aus Gräbern sowie aus militärischen und zivilen Anlagen zu sehen. Auch sie verdeutlichen die damalige wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit.