| 20:05 Uhr

HBK-Honorarprofessor
Documenta-Archiv erhält Vorlass von Bazon Brock

Kassel. Das Kasseler documenta-Archiv erhält als Schenkung den Vorlass von Bazon Brock. Der Künstler und Kunstvermittler ist seit dem Wintersemester 2014/2015 Honorarprofessor an der HBK Saar.

Wie das Archiv am Donnerstag mitteilte, umfasst der Vorlass unter anderem Siebdrucke, Korrespondenzen, Dias, Fotos und Kunstobjekte. Dazu gehörten außerdem 2000 Titel seiner Bibliothek mit Anmerkungen und Verweisen, die Einblick in seine Arbeitsweise ermöglichten.

Die Erschließung des Vorlasses für eine öffentliche und wissenschaftliche Nutzung werde durch eine Spende von Hubert Burda ermöglicht.

Brock (Jahrgang 1936) studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaften. Er war Schüler von Theodor W. Adorno, Lyriker, Dramaturg, Künstler, Professor für Ästhetik unter anderem in Wuppertal, Hamburg und Wien und wird als Vertreter der Fluxus-Bewegung betrachtet. Er ist der Begründer der „Besucherschule“, die zu den documenta-Ausstellungen 4, 5, 6 und 7 angeboten wurde und auch zur documenta 8 und 9 prägend blieb. Das Konzept trat 1968 für eine neuartige Kunstvermittlung mit dem Ziel an, ein in der Breite qualifiziertes, mündiges Kunstpublikum auszubilden. Der Kunst-Philosoph ist zudem Gründer der „Denkerei/Amt für Arbeit an unlösbaren Problemen und Maßnahmen der hohen Hand“ mit Sitz in Berlin.



Zum Wintersemester 2014/2015 wurde Brock zum Honorarprofessor mit dem Lehrgebiet Prophetie an der HBK Saar ernannt. Diese Honorarprofessur ist nach Angaben der Saarländischen Kunsthochschule einmalig in der deutschen Universitätslandschaft. Bereits im Januar 2014 war der Künstler mit der Schau „Bazon Brock. Der Philosoph als Aktionist“ und der Tagung „Nur Bad Painting ist Good Painting – Bazon Brock. Kuratieren heute“ zu Gast in der HBK Saar.