| 22:38 Uhr

Festival Perspectives: Cléa Vincent
Die hohe Kunst charmanter Nichtigkeit



Cléa Vincent, die französische Pop-Hoffnung
Cléa Vincent, die französische Pop-Hoffnung FOTO: Julia Romanovskaya / Perspectives / Julia Romanovskaya
Saarbrücken. Man kann ja wohl nur von Glück sagen, dass es bei Cléa Vincent mit dem Wirtschaftsstudium nicht gleich klappte. Also legte sie während eines Wiederholungssemesters mit dem Komponieren los. Frankreich hat jetzt zwar eine Ökonomin weniger, doch eine Pop-Hoffnung mehr. Was Vincent da im „Perspectives“-Festivalclub am Samstag servierte, perlt sich weg wie süffiger Crémant an einem schwülen Sommerabend. Ihr federleichter Sopran fliegt über die eingängigen, ab und an mit Trompete gekrönten Keyboard-Arrangements zwischen Chanson, Jazz und Elektro ihres Quartetts. Das versprüht mal tropisches Parfum, manchmal verneigt sich Vincent auch vor Granden wie Dalida, deren „Femme est la nuit“ sie vom stumpf gewordenen Disco-Sound der 70er befreit und auf heutigen Dancefloor dreht. Von Oliver Schwambach

Man kann ja wohl nur von Glück sagen, dass es bei Cléa Vincent mit dem Wirtschaftsstudium nicht gleich klappte. Also legte sie während eines Wiederholungssemesters mit dem Komponieren los. Frankreich hat jetzt zwar eine Ökonomin weniger, doch eine Pop-Hoffnung mehr. Was Vincent da im „Perspectives“-Festivalclub am Samstag servierte, perlt sich weg wie süffiger Crémant an einem schwülen Sommerabend. Ihr federleichter Sopran fliegt über die eingängigen, ab und an mit Trompete gekrönten Keyboard-Arrangements zwischen Chanson, Jazz und Elektro ihres Quartetts. Das versprüht mal tropisches Parfum, manchmal verneigt sich Vincent auch vor Granden wie Dalida, deren „Femme est la nuit“ sie vom stumpf gewordenen Disco-Sound der 70er befreit und auf heutigen Dancefloor dreht.

Vincents Girlie-Unbeschwertheit täuscht, denn ihr Sound kommt oft ganz schön raffiniert daher; zelebriert die hohe Kunst der charmanten Nichtigkeit. Schade nur, dass die Akustik in der Betonschachtel des „Sektor Heimat“-Clubs diese Pop-Blüten fast erdrückte.