| 22:41 Uhr

Frankfurter Buchmesse
Didier Eribon gibt Macron auf Buchmesse Kontra

Frankfurt. (dpa) Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat in Frankfurt gestern die 69. Buchmesse begonnen. Rund 7300 Aussteller aus mehr als 100 Ländern zeigen auf der weltweit größten Leitmesse ihre Produkte – ein leichter Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt werden an den fünf Messetagen rund 270 000 Besucher erwartet. Bis Freitag ist die Messe für Fachbesucher reserviert, am Wochenende ist das allgemeine Lesepublikum zugelassen. Ehrengast ist in diesem Jahr Frankreich beziehungsweise der französische Sprachraum. Knapp 200 Schriftsteller aus den frankophonen Ländern werden erwartet.

(dpa) Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat in Frankfurt gestern die 69. Buchmesse begonnen. Rund 7300 Aussteller aus mehr als 100 Ländern zeigen auf der weltweit größten Leitmesse ihre Produkte – ein leichter Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt werden an den fünf Messetagen rund 270 000 Besucher erwartet. Bis Freitag ist die Messe für Fachbesucher reserviert, am Wochenende ist das allgemeine Lesepublikum zugelassen. Ehrengast ist in diesem Jahr Frankreich beziehungsweise der französische Sprachraum. Knapp 200 Schriftsteller aus den frankophonen Ländern werden erwartet.

Einer von ihnen, der französische Soziologe und Autor Didier Eribon („Rückkehr nach Reims“; Gesellschaft als Urteil“), hat die Buchmesse gestern zu einer politischen Abrechnung mit Präsident Emmanuel Macron genutzt. Dessen neo-liberale Haltung sei unerträglich, sagte Eribon in Frankfurt. Geld von den Armen zu nehmen und es den Reichen zu geben, sei nicht der richtige Weg, um ein Europa der Kultur und des Buches aufzubauen. Gegen dieses Vorgehen werde er kämpfen. „Ich möchte nicht, dass die charmanten Banker an der Macht sind – das hat für mich überhaupt keinen Charme“, sagte Eribon.

Erst am Vortag war Eribon aus Protest der offiziellen Buchmesseneröffnung ferngeblieben. Dort hatte Marcon gemeinsam mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel die kulturellen Bindungen beider Länder beschworen und auf die Bedeutung von Bildung hingewiesen. Frankreichs Regierung will derweil die Vermögenssteuer auf Immobilienbesitz reduzieren. Dadurch soll Kapitalvermögen entlastet werden – in der Hoffnung, dass es in die Wirtschaft investiert wird.