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Deutscher Kleinkunstpreis in Mainz verliehen

Mainz. Der politische Kabarettist Georg Schramm ist am gestrigen Abend in Mainz bei der 40. Verleihung des Deutschen Kleinkunstpreises mit dem Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden. "Die Politiker sprechen, um nichts zu sagen", sagte der 62-Jährige

Mainz. Der politische Kabarettist Georg Schramm ist am gestrigen Abend in Mainz bei der 40. Verleihung des Deutschen Kleinkunstpreises mit dem Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden. "Die Politiker sprechen, um nichts zu sagen", sagte der 62-Jährige.Der in Bad Homburg geborene Schramm feierte seine ersten Auftritte im Jahre 1983 mit dem "Noie Para"-Theater in Konstanz, zu seinem ersten Solo-Auftritt als Kabarettist kam es zwei Jahre später. Einem breiten Publikum wurde er vor allem durch sein Engagement in der ARD-Sendung "Scheibenwischer" bekannt. Von 2007 bis 2010 wirkte er mit seinem Aschaffenburger Kollegen Urban Priol in der ZDF-Politsatire "Neues aus der Anstalt". Beide Kabarettisten wurden dafür mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

2007 erschien Schramms Buch "Lassen Sie es mich so sagen". Darin führt er mit seiner Paradefigur Dombrowski durch 20 Jahre Geschichte der Republik. Zuletzt war er von der Piratenpartei als möglicher Gegenkandidat für Joachim Gauck ins Gespräch gebracht worden, hatte eine Kandidatur für das Bundespräsidentenamt aber abgelehnt. Schramm hat fast alle namhaften Kabarettpreise im deutschsprachigen Raum erhalten. Mit dem Deutschen Kleinkunstpreis wurde er erstmals im Jahr 1991 ausgezeichnet.

Wie auch die anderen vier Preisträger erhielt Schramm 5000 Euro. Seit dem Jahre 2008 würdigt das Land Rheinland-Pfalz jedes Jahr mit dem Ehrenpreis das Lebenswerk eines Kabarettisten. Erster Preisträger war vor vier Jahren Dieter Hildebrandt.



Mit dem Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Kabarett wurde der studierte Jurist Max Uthoff geehrt. Die Jury lobte, der 44-Jährige lege "charmant und durchtrieben die Kluft zwischen Rechtsprechung und Gerechtigkeit frei". Der Musiker Martin O. erhielt den Preis in der Sparte Chanson/Lied/Musik. Er erzähle in universeller Sprache wunderbare Geschichten, erklärte die Jury.

Der Kabarettist und Buchautor Marc-Uwe Kling wurde als "unorthodoxer Weltbetrachter" bezeichnet und in der Kategorie Kleinkunst ausgezeichnet. Den Förderpreis erhielt die Schauspielerin Christine Prayon. Sie verweigere kabarettistische Meterware, erklärte die Jury zur Begründung.

Der Deutsche Kleinkunstpreis wurde zum 40. Mal vom Theater Unterhaus in Mainz verliehen und gilt als eine der bedeutendsten Kleinkunst-Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Der erste Preisträger im Jahr 1972 war der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch. dpa/epd

Foto: arno burgi/dpa

Stichwort

Der Deutsche Kleinkunstpreis gilt als die bedeutendste Auszeichnung, die im deutschsprachigen Raum jährlich in den Sparten Kabarett, Chanson/Musik/Lied und Kleinkunst vergeben wird. Er wurde 1972 vom Mainzer Forum-Theater Unterhaus erstmals verliehen. Erster Preisträger war der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch. Die inzwischen fünf Preise sind mit jeweils 5000 Euro dotiert. Neben Auszeichnungen in den Sparten Kabarett, Chanson/Musik/Lied und Kleinkunst werden ein Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz und ein Förderpreis der Stadt Mainz vergeben. Alle Preisträger erhalten eine Unterhaus-Glocke - eine Nachbildung der Glocke, die die Vorstellungen in dem Theater einläutet. dpa