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Schöpfer der Bernie-Gunther-Krimis
Der preisgekrönte britische Krimiautor Philip Kerr ist tot

London. Der britische Schriftsteller Philip Kerr ist tot. Das teilte der Rowohlt Verlag am Wochenende mit. „Wir trauern um Philip Kerr. Der Autor der Bernie Gunther Reihe und vieler wunderbarer Kinder- und Jugendbücher ist im Alter von 62 Jahren verstorben.“ Zuvor hatte bereits der britische Verlag Kerrs, Quercus Books, über den Tod des Autors berichtet. Kerr starb demnach bereits am Freitag. Über die Todesursache war zunächst nichts bekannt.

Der 1956 im schottischen Edinburgh geborene Kerr wurde in Deutschland vor allem mit der Krimireihe um den Berliner Privatdetektiv Bernie Gunther bekannt. Die Romane spielen in der Zeit der Nazi-Diktatur und des Kalten Krieges. Der erste, „March Violets“ (deutscher Titel: Feuer in Berlin), erschien im Jahr 1989. Insgesamt veröffentlichte Philip Kerr rund ein Dutzend Bücher der Reihe.

Im Jahr 2009 gewann er mit einem Roman aus der Bernie-Gunther-Reihe den RBA-Preis, mit 125 000 Euro ist das der höchstdotierte Krimi-Preis der Welt. Ausgezeichnet wurde er für sein Buch „If the Dead Rise Not“ (deutscher Titel: Die Adlon-Verschwörung).

Kerr setzte sich mit seinem Werk gegen fast 170 Konkurrenten durch. Die Jury hob die Erzählkunst des Schriftstellers hervor. Das Buch erinnere an Genre-Klassiker wie etwa die Romane Raymond Chandlers. Der RBA-Preis ist 2007 von dem gleichnamigen spanischen Verlag aus Barcelona ins Leben gerufen worden. 1997 hatte Kerr bereits den Deutschen Krimi Preis in der Kategorie International für seinen Roman „Das Wittgenstein-Programm“ erhalten. Er war auch ein erfolgreicher Kinder- und Jugendbuchautor, unter anderem mit den Fantasy-Büchern „Kinder des Dschinn“.