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Der ewige Kampf zwischen Eric und Tony

Zweibrücken. Im Schatten des Kölner Domes wuchern merkwürdige Gewächse. Eines hat Federn und klingt auf seinem aktuellem Album "Himmelhoch high" wie eine Mischung aus Eric Clapton und Tony Marshall. Es nennt sich "Höhner", auf Hochdeutsch "Hühner"

Zweibrücken. Im Schatten des Kölner Domes wuchern merkwürdige Gewächse. Eines hat Federn und klingt auf seinem aktuellem Album "Himmelhoch high" wie eine Mischung aus Eric Clapton und Tony Marshall. Es nennt sich "Höhner", auf Hochdeutsch "Hühner". Wer die CD rundum gut finden will, muss einen breiten musikalischen Horizont mitbringen, eben von Eric Clapton ("Weil er ein Jäger ist": Gänsehaut-Blues mit starker Gitarre und Blues-Harp) bis Tony Marshall ("Hier brennt die Luft": ein Hauch von "Schöne Maid" im Swingerclub). Das spricht im Grunde für die Höhner - und ihre Fans. Es macht es aber schwer, ein einheitliches Urteil über das Werk zu fällen. Wer Schlager mag, gerät bei den Mitklatsch- und Schunkelrefrains ins Schwärmen. Die Rockfans hingegen beten in den ersten Sekunden der Songs, dass Henning Krautmacher sie nicht mit seinen Fasteloovend-Gesangslinien und Texten kaputtsingt. Häufig vergebens. Überhaupt, die Texte. Da gibt es schlichte Party- und Nonsens-Titel ("Schenk mir dein Herz", "Mir sin dafür"), die große und die kleine Betroffenheit ("Himmelhoch high", "Alles verlore") sowie kirchentags-kompatibles wie "Millionen Sterne", in dem sich das Kirchenlied "Wenn wir jetzt weitergehen" und "In der Höhle des Bergkönigs" aus Griegs "Peer Gynt-Suite" verlaufen haben. Konstante in dieser bunten Mischung ist das solide bis herausragende musikalische Handwerk. Herausragend dabei in erster Linie der irischstämmige Höhner-Gitarrist John Parsons. Mit seinen bluesigen Licks und Soli sorgt er auch im seichtesten Harmonietümpel für ein wenig gesunde Härte. Ein Garant dafür, dass Tony Marshall im Höhner-Mix nicht die Alleinherrschaft an sich reißt. jamDie Höhner treten am Freitag, 7. Mai, um 20.30 Uhr in der Westpfalzhalle in Zweibrücken auf. Karten gibt es unter anderem beim Kulturamt und beim Pfälzischen Merkur.