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Statt 1000 nur noch 600 Quadratmeter
Das Frankfurter Kindermuseum zieht um

Noch sind Elektriker und andere Arbeiter am Werk. Doch ab 17. Februar wird das Kindermuseum als Junges Museum neu eröffnet.
Noch sind Elektriker und andere Arbeiter am Werk. Doch ab 17. Februar wird das Kindermuseum als Junges Museum neu eröffnet. FOTO: Fabian Sommer / dpa
Frankfurt/Main. Von der Hauptwache geht es als Junges Museum ins Historische Museum. Durch den Ortswechsel verkleinert sich die Fläche.

Das Kindermuseum in Frankfurt wird zum Jungen Museum und bekommt neue Räume. Nach knapp zehn Jahren in einem Ausweichquartier ziehen Ausstellung und Werkstätten um – vom Standort zuletzt an der Hauptwache ins Historische Museum. Die Neueröffnung ist fort für den 17. Februar geplant.

Das Kindermuseum kehrt damit an seinen ursprünglichen Ort zurück. Im Jahr 1972 wurde es als Teil des Historischen Museums gegründet. 2008 zog es aus, als der Betonklotz erst saniert und dann abgerissen wurde. Im Oktober 2017 wurde der Neubau eröffnet – das Kindermuseum bezieht darin mit ein paar Monaten Verspätung vier Räume auf drei Etagen.

Derzeit werden die Museumszimmer eingerichtet – mit dabei ein historisches Schulzimmer, eine alte Drogerie, eine Großeltern-Küche, ein Kolonialwarenladen, ein Raum mit historischem Spielzeug, ein Schattentheater sowie ein Familienzimmer. Es soll nicht nur Ausstellungen bieten, sondern auch ein Ort werden „zum Ausprobieren, Nachdenken und eigenständigen Handeln“. Wie an der Hauptwache soll es weiterhin Workshops und Geburtstagspartys geben.



Dass aus dem ursprünglich für vier Jahre geplanten Auszug fast zehn wurden, sei für das Museum gut gewesen, sagte die Sprecherin des Historischen Museums, Corinna Engel: „An der Hautwache war das Kindermuseum als eigenständiges Museum wahrnehmbar.“ Das habe die Besucherzahlen nach oben gezogen. Im Durchschnitt kamen 35 000 Besucher pro Jahr, mehr als doppelt so viele wie zuvor. „Der Standort war super, wir wären gern geblieben“, sagte Engel.

Der Bau selbst aber war eine Katastrophe. Die Museumsmitarbeiter mussten sich um Wasserrohrbrüche kümmern, monatlich kam der Kammerjäger. „Daraus ist dann die Ausstellung „Blutsauger“ entstanden“, erzählte Engel.

In den ungezieferfreien, neuen Räumen muss sich das Museum verkleinern. Statt 1000 Quadratmeter an der Hauptwache sind es nun nur noch 600 Quadratmeter. Das „Mini-Museum“ für die kleinsten Besucher zieht nicht mit um: Die Angebote für Vorschulkinder werden eingestellt – auch weil nicht wenige Eltern ihre Kinder bei den Museumspädagogen abgaben und zum Einkaufen gingen.

Mehr als 30 Museen eigens für Kinder gibt es im deutschsprachigen Raum, aber nur zwei davon liegen laut Bundesverband Deutscher Kinder- und Jugendmuseen in Hessen – neben Frankfurt gibt es noch die Kinder-Akademie in Fulda, das unter anderem mit einem begehbaren Herz lockt. Das 1991 als Privatinitiative gegründete Museum bezeichnet sich als „erstes eigenständiges Kindermuseum in Deutschland“. Jährlich kommen laut Kinder-Akademie rund 50 000 Gäste.

In die frei gewordenen Räume an der Frankfurter Hauptwache soll mittelfristig ein Museum für elektronische Musik einziehen. Konkrete Pläne für das seit Jahren geplante Museum of Modern Electronic Music (Momem) gibt es noch nicht. „Von Stadtseite gibt es den Willen, dass das Momem diese Räume bezieht“, sagte eine Sprecherin des Kulturdezernats, „über die konkreten Bedingungen müssen noch Gespräche geführt werden“.

Über den Winter soll das ehemalige Kindermuseum Obdachlosen durch die kalten Monate helfen. Übergangsweise wird dort ein Café für Wohnsitzlose eingerichtet, die in der B-Ebene der Hauptwache, einem Untergeschoss des S- und U-Bahnhofs, übernachten.

(dpa)