| 23:42 Uhr

Motto heißt „Liquid City“
Brügge sucht neues Image mit Kunst-Triennale

Brügge. Brügge sucht mit der Triennale für zeitgenössische Kunst & Architektur ein neues Image.

(dpa) Der Riesenwal besteht aus Kisten, Behältern und Schläuchen. Der Plastikmüll wurde vor den Küsten Hawaiis eingesammelt. In Brügge ragt nun das fünf Tonnen schwere Säugetier vor dem zentralen Jan-van-Eyck-Platz aus dem Wasser, auf der die Statue des flämischen Malers und Namensgebers des Standortes steht. Den Blauwal erschaffen haben die Architekten Jason Klimoski und Lesley Chang.

 „Skycraper“ heißt das Werk, mit dem sie auf die rund 150 Millionen Tonnen Plastikmüll anspielen, die mittlerweile die Weltmeere belasten. Zu sehen ist das Werk auf der Triennale für Kunst und Architektur in Brügge, die dieses Jahr zum zweiten Mal stattfindet. 2015 stand das Thema weltweite Verstädterung im Mittelpunkt, dieses Jahr steht das bis 16. September dauernde Event unter dem Titel „Liquid City“. Damit stelle man sich die Frage, wie sich historische Städte wie Brügge in einer sich rasant verändernden Welt künftigen Herausforderungen stellen können, meinen die Kuratoren Till-Holger Borchert und Michel Dewilde Zygmunt. Die in der historischen Innenstadt verstreuten Installationen vermitteln eindeutige Botschaften. Bei vielen geht es um die Folgen des Klimawandels, ob die Zunahme von Wetterextremen oder der ansteigende Meeresspiegel.

Mit der Triennale will sich die Stadt, deren mittelalterliches Zentrum 2000 zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt wurde, ein neues Image geben. Brügge, das neben Antwerpen und Gent Zentrum der Künstlergruppe der „Flämischen Primitiven“ war, will zeigen, dass es auch zeitgenössisch kann. Die Besucher kämen wegen der Vergangenheit, jetzt sollen sie die Zukunft entdecken, so Bürgermeister Renaat Landuyt. Mit der Triennale sollen aber auch die rund sechs Millionen Touristen pro Jahr erreicht werden, die bislang wegen Brügges Ruf für gute Schokolade und Bier die Stadt besuchen.