| 23:32 Uhr

„Historische“ Versteigerung bei Sotheby’s
Banksy schockiert Kunstwelt mit Bild-Zerstörung

London. Der geheimnisumwitterte Straßenkünstler Banksy hat dem Auktionshaus Sotheby‘s einen Streich gespielt: Unmittelbar nachdem eines seiner Werke am Freitag für 1,04 Millionen Pfund (1,18 Millionen Euro) versteigert worden war, zerstörte es sich vor den Augen der verblüfften Auktionsteilnehmer von selbst.

Das auf Leinwand gesprühte Werk „Mädchen mit Ballon“ war für mehr als den dreifachen Schätzpreis unter den Hammer gekommen, die Summe stellte einen Rekordpreis für ein Werk des Künstlers dar. Dann ertönte ein Alarm, und das Bild lief durch einen im Rahmen eingebauten Schredder. Unten lief das Bild in Streifen heraus. „Es scheint, als ob wir gerade ,gebanksyt’ wurden“, sagte Alex Branczik, Leiter der Abteilung für zeitgenössische europäische Kunst bei Sotheby‘s. Das Auktionshaus hatte zuvor betont, der goldene Rahmen sei ein wichtiger Teil des Werks und vom Künstler selbst ausgesucht worden. Nach dem Streich erklärte es, mit dem Käufer werde nun über die nächsten Schritte beraten. Dergleichen sei noch nie vorgekommen.

Der während der Auktion anwesende Künstler Pierre Koukjian beschrieb den Käufer als Glückspilz. Der Streich sei ein „Wendepunkt in der Geschichte der zeitgenössischen Kunst und Konzept-Kunst“. „Was er gemacht hat, ist wirklich schockierend – auf gute Weise. Ich denke, das ist historisch und die Leute werden lange darüber reden“, so Koukjian. Banksy hat seine Identität nie vollständig preisgegeben.