| 22:29 Uhr

7. Sinfoniekonzert des Staatsorchesters
Auf dem Basar mit dem Staatsorchester

Saarbrücken. Weltmusiker Fazil Say, in dieser Saison „Artist in focus“ des Saarländischen Staatstheaters, war am Sonntag Gast im 7. Sinfoniekonzert des Staatsorchesters. Seine Rhapsodie „Großer Basar“ eröffnete die „musikalische Reise“ in der Congresshalle. Leben und Treiben in dieser Attraktion Istanbuls wurde kompakt, mit viel Schlagwerk und lautstark quirlig vorgestellt. Dirigent Nicholas Milton erreichte, präzise auch in komplizierten Taktarten, ein beeindruckend lebendiges, unterhaltsames Klangbild. Von Helmut Fackler

Weltmusiker Fazil Say, in dieser Saison „Artist in focus“ des Saarländischen Staatstheaters, war am Sonntag Gast im 7. Sinfoniekonzert des Staatsorchesters. Seine Rhapsodie „Großer Basar“ eröffnete die „musikalische Reise“ in der Congresshalle. Leben und Treiben in dieser Attraktion Istanbuls wurde kompakt, mit viel Schlagwerk und lautstark quirlig vorgestellt. Dirigent Nicholas Milton erreichte, präzise auch in komplizierten Taktarten, ein beeindruckend lebendiges, unterhaltsames Klangbild.

Als Pianist ist Say bekannt für eigenwillige Interpretationsansätze. Bei Maurice Ravels Klavierkonzert G-Dur verzichtete er weitgehend auf virtuoses „zur Schau stellen“ und bettete sich lieber in den Gesamtklang ein. Ravelsches Tastenfeuerwerk blieb vielfach aus. Dafür gab es ungebändigtes, perkussives Fußgestampfe auf dem Bühnenparkett. Üppiges rechtes Pedal verhinderte Ravels Idee von Mozartscher Transparenz. Das seelenvoll gemeinte Nachschlagen der Melodie-Hand im Adagio ist längst passé, ein Relikt aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das Orchester hielt wacker dagegen, um filigrane, fein parfümierte Farbigkeit zu erschaffen.

Viel Beifall und ein Say-Special als Zugabe: Improvisatorisches, Orientalisch-Jazzig-Romantisches und Klangverfremdetes. Das Klavier lebte auf. Dann großes Theater: Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ in der Ravelschen Orchestrierung. Milton breitete orchestrale Brillanz, Wucht und Kantigkeit eindrucksvoll aus. Die Orchestergruppen glänzten alle mit vorzüglichen Soli und Ensembles. Weite, reiche Dynamik und stimmige Tempi sorgten für spannungsvollen Wechsel zwischen Promenaden und Bildbeschreibungen. Das pathetische Schlusstableau, das „Große Tor von Kiew“ ließ den Saal erbeben. Der Applaus auch. Großartig.