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Asterix-Erfinder Uderzo ist tot
Da trauert nicht nur ganz Gallien!

 FILE - In this Oct.23, 2005 file photo, French author and illustrator Albert Uderzo waves from behind a cardboard cutout showing his comic heroes Asterix and Obelix at the 57th Frankfurt Book Fair in Frankfurt, Germany. Albert Underzo, one of the two creators of the beloved comic book character Asterix, who captured the spirit of the Gauls of yore and grew a reputation worldwide, died early Tuesday March 24, 2020. He was 92.(AP Photo/Joerg Sarbach, File)
FILE - In this Oct.23, 2005 file photo, French author and illustrator Albert Uderzo waves from behind a cardboard cutout showing his comic heroes Asterix and Obelix at the 57th Frankfurt Book Fair in Frankfurt, Germany. Albert Underzo, one of the two creators of the beloved comic book character Asterix, who captured the spirit of the Gauls of yore and grew a reputation worldwide, died early Tuesday March 24, 2020. He was 92.(AP Photo/Joerg Sarbach, File) FOTO: AP / JOERG SARBACH
Paris. Mit Asterix und Obelix ist Albert Uderzo weltberühmt geworden. Nun ist der Erfinder und Zeichner der Comic-Helden gestorben.

(dpa) Asterix im Morgenland, bei den Briten, in Spanien und in Italien. Wo sie nur können, machen Asterix und Obelix seit mehr als einem halben Jahrhundert den Römern das Leben schwer. Nun ist der französische Zeichner Albert Uderzo, der zusammen mit René Goscinny die Comic-Helden erschuf, im Alter von 92 Jahren im Pariser Vorort Neuilly gestorben.

Der kleine knollennasige Gallier Asterix und sein Hinkelstein schleppender Freund Obelix sind 1959 entstanden. Seitdem haben sie mit ihren Abenteuern den Globus erobert: Weltweit wurden Millionen Exemplare der Alben verkauft und in mehr als 100 Sprachen und Dialekte übersetzt – vor 20 Jahren auch ins Moselfränkische („Em Cäsar saa Kränzie“).

Dabei waren die Geschichten mit ihrem gallischen Witz zunächst für die Franzosen bestimmt. Man habe etwas typisch Französisches schaffen wollen, sagte Uderzo einmal. Doch vermutlich hätten sie mit ihren Geschichten etwas berührt, was alle betroffen habe. Uderzo und Goscinny haben mit „Asterix“ nicht nur die erfolgreichste französische Comic-Serie geschaffen. In mehr als einem Jahrhundert hat sich der pfiffige Gallier zu einem Phänomen entwickelt: Mehr als zehn Zeichentrick- und Realverfilmungen sind entstanden, 1989 eröffnete ein Freizeitpark bei Paris, der seinen Namen trägt, und Hunderte von Merchandising-Artikeln wurden entworfen.



Uderzo wurde am 25. April 1927 als Sohn italienischer Einwanderer in der Nähe von Reims geboren. Als seinen ersten Comic entdeckte er Micky Maus in der französischen Tageszeitung „Le Parisien“ – und damit seine Bestimmung.

Von den Helden von Walt Disney fasziniert, begann er im Alter von zehn Jahren, Figuren mit großen Nasen zu skizzieren. Von seinem Talent überzeugt, drängte ihn sein sieben Jahre älterer Bruder Bruno, seine Dienste einem Pariser Verlag anzubieten, wo er im Alter von 14 Jahren seine erste Zeichnung publizierte. Ende der 40er Jahre gehörte Uderzo zu den erfolgreichsten Zeichnern seiner Generation – trotz seiner Farbenblindheit.

Im Jahr 1951 lernte Uderzo den talentierten Texter Goscinny kennen. Beide entdeckten ihre gemeinsame Leidenschaft für Walt Disney und für Laurel und Hardy. Uderzo beschrieb die erste Begegnung als „wesentlich und entscheidend“ für sich. Für Goscinny soll sie eine Art gegenseitige Liebe auf den ersten Blick gewesen sein, wie „Le Monde“ schrieb. Sie hätten stundenlang miteinander geredet und beschlossen zusammenzuarbeiten. Ihr größter Erfolg begann ab 1959 mit Asterix in „Pilote“, bevor zwei Jahre später das erste Album „Asterix der Gallier“ erschien.

Bis 1977, dem Jahr, in dem Goscinny im Alter von 51 Jahren starb, veröffentlichte das Duo über 20 Alben. Viele befürchteten mit dem Tod von Goscinny das Ende von Asterix und Obelix. Doch Uderzo beschloss, von nun an auch zu texten. Zwar bemängelten Kritiker das Fehlen des ironischen Witzes von Goscinny, der sich gerne über den Nationalstolz der Franzosen lustig machte, doch blieben die Leser dem ungleichen Gallier-Duo treu. Anfang 2009 zog er sich wegen seines Arthroseleidens zunehmend vom Zeichentisch zurück. Zwei Jahre später übergab er das Zepter ganz an jüngere Kollegen. Der erste Asterix-Band von Jean-Yves Ferri und Didier Conrad erschien 2013.

Uderzo hatte selbst etwas von seinem Comic-Helden. Er galt als ebenso streitlustig wie Asterix und die Bewohner von dessen kleinen gallischen Dorf. In den 90er Jahren zoffte er sich jahrelang vor Gericht mit dem Verlag Dargaud um die Rechte für die ersten 25 Asterix-Bände. Danach begann zwischen ihm und seiner Tochter Sylvie ein jahrelanger juristischer Kampf um das millionenschwere Asterix-Erbe, den beide 2014 beilegten. Darüber sei er sehr glücklich, denn jetzt könne er hin und wieder für sein Enkelkind zeichnen, erklärte er damals.