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Konzertvorschau
Ausverkauft kommt oft

 Der Andrang auch für das Luxemburger Konzert der Ärzte war immens. Doch die Band will nur im kleinen Atelier spielen – eine Verlegung in die größere Rockhal war daher kein Thema gewesen.
Der Andrang auch für das Luxemburger Konzert der Ärzte war immens. Doch die Band will nur im kleinen Atelier spielen – eine Verlegung in die größere Rockhal war daher kein Thema gewesen. FOTO: A-Promotions / A-promotions
Luxemburg. Der Luxemburger Veranstalter A-Promotions hat schon jede Menge Stars für 2019 angekündigt. Das Ärzte-Konzert wird indes nicht in die Rockhal verlegt. Eine Kooperation mit saarländischen Veranstaltern ist ebenfalls nicht geplant. Von Eric Kolling

Seed, Rammstein, Kraftwerk, Mumford & Sons – beispielsweise diese Shows im nächsten Sommer sind schon ausverkauft. Es läuft beim Konzertveranstalter A-Promotions, der schwerpunktmäßig bekannte Musikgrößen ins Luxemburger Atelier und die Rockhal lockt und dieser Tage mit den Shows von Tears for Fears, Passenger oder Jamiroquai frische Leckerbissen ankündigte. Da hat sich die Zusammenarbeit mit weltweit agierenden Agencies und der Besuch von Newcomer-Festivals gelohnt, bei denen die Macher Newcomer mit Zugkraft unter die Lupe nehmen konnten.

2018 organisierte das Unternehmen über 120 Shows, erklärt Michel Welter. Dazu komme ein Festival in der historischen Altstadt von Luxemburg. Damit habe man ähnlich wie 2017 rund 150 000 Zuschauer anziehen können. Eine Anekdote hat er zum Open-Air mit LCD Soundsystem in der Abtei Neumünster im Sommer parat. Welter: „Kurz vor Einlass hat eine Unwetterzelle den Boden überflutet: Wasser überall und die Ungewissheit, ob das Konzert noch stattfinden können würde. Kurzerhand haben wir ein improvisiertes Krisenzentrum eingerichtet, mit den lokalen Autoritäten und Wetterfröschen telefoniert, Lageberatung halten und Entscheidungen treffen müssen. Das Unwetter verzog sich pünktlich bis zum Konzertbeginn und wir hatten einen wunderbaren Abend.“

Fürs kommende Jahr laufe jetzt das Booking, bisher sind mehr als 50 Shows in der Planung beziehungsweise bestätigt (siehe Info). Hat man bei so vielen Veranstaltungen auch Favoriten, etwa Rammstein, Bastille oder Bonnie Tyler? Welter nennt eher unbekannte Künstler: „Für mich ist eines der Highlights bisher 2manydjs. Die belgischen Brüder haben am exakt demselben Datum 2018 eine der verrücktesten Partys in der Geschichte des Ateliers gefeiert.“ Außerdem freue er sich im Februar auf The Streets. Ein gern gesehener Gast sei hier Mike Skinner, „und im März besucht uns unser australischer Freund Ry X im Atelier, mit welchem wir bereits zwei wunderbare Shows in der Kathedrale in Luxemburg sowie auf unserem Festival erleben durften. Immer wieder eine Freude“, findet Welter.



Und natürlich darf in seiner Auflistung eine fast historische Band nicht fehlen. „Eines der Highlights für den Sommer – über welches wir schon sprechen dürfen, versteht sich – ist Kraftwerk. Die Gruppe hat bereits vor langer, langer Zeit eine Show im Atelier gespielt und im Sommer dürfen wir uns auf ihre fantastische 3D-Show, Open Air in der Abtei Neumünster, freuen“, wirbt Welter und fügt an: „So schnell wird man die Herren wohl nicht mehr im Ambiente eines Unesco-Weltkulturerbes erleben dürfen.“

Mit dem Engagement von Rammstein belebt A-Promotions das Festivalgelände in Herchesfeld wieder. Auch wenn ein Festival wie Rock-a-field kein Thema ist, erklärt Welter: „Eine Headlineshow dieser Größenordnung ist derzeit das beste Konzept für unser geliebtes Herchesfeld.“ Mit dem Siren’s-Call-Festival habe sich A-Promotions zudem erst kürzlich auf neues Terrain gewagt und „uns dabei auch die Tür offen gelassen, das Festival Stück für Stück auszubauen“. Wurden in der ersten Edition 2017 drei Orte bespielt, waren es in diesem Jahr fünf. „Parallel dazu haben wir auch unser Programm um Lesungen ergänzt. Mal sehen, was uns für die dritte Edition noch alles einfällt“, so Welter.

Keine Idee ist es indes, den umgekehrten Weg zu gehen wie etwa einige saarländische Veranstalter. Die führen immer mal Shows etwa in der Rockhal durch. Doch A-Promotions möchte Vorstoß in Richtung Saar, Kooperationen seien hier nicht geplant. „Der Sprung über die Grenze steht derzeit nicht in Frage, wir wollen den lokalen Veranstaltern ja nicht auf die Füße treten“, so Welter. Man stehe mit der Konkurrenz aber natürlich in Kontakt.

Beigelegt scheint indes der Zwist, den A-Promotions diesen Sommer mit der Rockhal hatte. Es ging um das Konzert von Shaggy und Sting, das die Rockhal vor ihrem Konzertgebäude veranstaltete (wir berichteten), während A-Promotions eben parallel oben genanntes Siren’s Call durchführte, um lokalen Künstlern eine Plattform zu bieten. „Auch wenn es manchmal ärgerlich ist, mit einem staatlich subventionierten Betrieb bei Verhandlungen um eine Band in Konkurrenz zu sein, sind das Atelier und die Rockhal bereits über lange Jahre gute Partner und wir sind froh, dieses Venue auch mit unseren Shows füllen zu dürfen“, sagt Welter diplomatisch.

Diplomatie war auch nötig bei Fans, die Tickets für das Konzert der Ärzte am 25. Mai 2019 im Atelier ergattern wollten. Doch binnen Minuten war die Show ausverkauft – es passen nur etwa 1200 Personen ins Atelier. Die Ärzte haben bewusst so kleine Spielorte gewählt – und auch nur welche außerhalb von Deutschland. Bezüglich Luxemburg kamen Forderungen auf, das Konzert in die dortige Rockhal zu verlegen. Das war aber kein Thema. Welter: „Kritik gibt es immer, sobald es emotional wird. Das Angebot konnte der Nachfrage natürlich nicht gerecht werden, aus sicherheitstechnischen Gründen können wir keine 15 000 Personen im Atelier unterbringen. Die Show findet auf Wunsch der Künstler im Atelier statt und alle glücklichen Ticketinhaber dürfen sich freuen, Teil von etwas ganz Besonderem zu sein.“