| 22:47 Uhr

Maßweiler
„Ich befürchte einen Totalschaden“

Nur wenige Minuten dauerte der Hagelschauer am Sonntag auf dem Hitscherhof. Doch der dabei angerichtete Schaden ist riesig. Zehn Hektar mit Zuckermais und Kürbissen haben Schaden genommen. Anbauer Daniel Fischer, gestern im Bild mit Tochter Lina und Ehefrau Silke, geht sogar von Totalschaden aus.
Nur wenige Minuten dauerte der Hagelschauer am Sonntag auf dem Hitscherhof. Doch der dabei angerichtete Schaden ist riesig. Zehn Hektar mit Zuckermais und Kürbissen haben Schaden genommen. Anbauer Daniel Fischer, gestern im Bild mit Tochter Lina und Ehefrau Silke, geht sogar von Totalschaden aus. FOTO: Norbert Schwarz
Maßweiler. Den Hitscherhof in Maßweiler trafen die Hagelschauer am Sonntag besonders hart. Auch das bekannte Maislabyrinth ist betroffen.

Die Hagelschauer am späten Sonntagnachmittag haben nicht nur im Süden des Landkreises enorme Schäden angerichtet. Daniel Fischer vom Hitscherhof befürchtet, dass seine gesamte Zuckermais- und Kürbisernte hinüber ist. Sieben Hektar Zuckermais und drei Hektar Kürbisanbaufläche sind betroffen. Der Schaden: Die Blätter des Zuckermaises sind zerfleddert, die Oberflächen der Kürbisfrüchte vielfach eingedrückt und mit Punkten des Hageleinschlags übersät.

Eine Hagelversicherung besteht, doch der Versicherungsfall deckt nur den Grundschaden ab, nicht den möglichen Ertrag. „An einen solchen Schaden kann sich niemand auf dem Hitscherhof erinnern, weder mein Vater Hans noch andere Hofbewohner“, berichtete Fischer gestern vor der Haustür seines Hofes: „Mein Vater hat mich angerufen und mich über Gewitterfront informiert. Ich habe sofort auf der Wetter-App nachgeschaut, ob wir auf dem Hitscherhof davon betroffen sind. Leider ist der Kelch nicht an uns vorüber gegangen.“ Fischer klagt: „Jetzt befürchte ich einen Totalschaden beim Zuckermais. Und bei den Kürbissen könnte es ähnlich sein.“

 Auch das überregional bekannte Mais-Labyrinth für Kinder, das jedes Jahr zahlreiche Besucher anlockt, wird es voraussichtlich nicht geben. Fischer: „In diesem Jahr steckt der Teufel drin. Wegen der Trockenheit im Frühjahr kam die erste Aussaat nicht. Jetzt hat der Hagel den Bestand des Jungmaises, den wir gerade noch bewässert haben, um das Labyrinth anlegen zu können, weggeschwemmt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier noch was kommt“.



Ein Blick auf die Anbauflächen des Hofes: Das große Feld mit Gladiolen ist zerpflügt, in einem zehn Meter breiten Feldstreifen zum nächsten Gladiolenfeld sind die Spuren des Hagelschauers deutlich sichtbar.  Was der Schaden für das zum 22. und 23. September geplanten Hitscherhoffest bedeutet, vermag Fischer im Augenblick noch nicht abzuschätzen: „Die nächsten Tage werden für uns auf dem Hof ereignisreich sein. Der Schadensschätzer hat sich für den kommenden Mittwoch angekündigt. Dann müssen wir abwarten, wie sich die Felder entwickeln. Wir bereiten uns aber auf den schlimmsten Fall vor: Notfalls müssen wir die Kürbisse in diesem Jahr bei Kollegen kaufen. Denn ein Hoffest ohne Kürbisse auf dem Hitscherhof – das ist ein undenkbarer Fall.“

Weitaus schwieriger wird es für den Zuckermaislandwirt allerdings, den Schaden auszugleichen, der ihm nun möglicherweise entsteht. „Wie es im Augenblick aussieht, kann ich meinen Hauptabnehmer, die Wasgau-AG, dieses Jahr nicht beliefern. Das schmerzt ganz besonders, denn seit etlichen Jahren pflegen wir zu Wasgau beste Geschäftsbeziehungen“, sagt Fischer.

Mit seinem Zuckermais seien in den zurückliegenden Jahrzehnten amerikanische Läden europaweit beliefert worden, so der Anbauer. Für diese sei der Maiskolben nicht extra verpackt, sondern mit den Blättern geliefert worden. Fischer: „Die Amerikaner wollten das so, denn der Zuckermais für den Grill soll mit dem Blattgrün besonders gelingen.“

Bereits in den 80er Jahren baute Vater Hans Fischer die Geschäftsbeziehungen zu Wasgau und vielen anderen Partnern auf. Daniel Fischer hofft, dass neben dem Schaden an der Ernte nun nicht auch noch seine Kontakte Schaden nehmen. „Wenn das Maislabyrinth am Hofeingang nicht kommt, dann finden wir Ersatzlösungen. Den Schaden bei den Anbauflächen können wir aber nicht ausgleichen“.

Besonders bitter: der Hagel ging nur auf dem Hitscherhof und der direkten Umgebung nieder. Fischer: „Vom Ortsbürgermeister erfuhren wir, dass im alten Ortskern von Hagel gar nichts zu sehen gewesen ist“.