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Pharmariese Boehringer hat große Pläne
Boehringer erwartet für 2018 mehr Umsatz

 Die Zentrale des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim. Das Unternehmen will im kommenden Geschaftsjahrs mehr Gewinn erzielen. 
Die Zentrale des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim. Das Unternehmen will im kommenden Geschaftsjahrs mehr Gewinn erzielen.  FOTO: picture alliance / dpa / dieth+schr“der-fotografie
Ingelheim. Das Pharmaunternehmen Boehringer schreibt Rote Zahlen – fährt aber einen milliardenschweren Betriebsgewinn ein.

Rote Zahlen unterm Strich, aber ein milliardenschwerer Betriebsgewinn und eine zweistellige Umsatzsteigerung: Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat am Mittwoch die Bilanz zum vergangenen Jahr vorgelegt. Firmenchef Hubertus von Baumbach sprach von einem „sehr erfolgreichen Jahr“. Mit Blick auf das wachsende Geschäft mit Tiermedizin und Medikamenten etwa für Schlaganfallpatienten erwartet Boehringer in diesem Jahr ein leichtes Umsatzwachstum und wieder ein positives Ergebnis.

Für den Verlust von 223 Millionen Euro – nach einem Überschuss von 1,85 Milliarden 2016 – machte Finanzchef Michael Schelmer die höchsten Steuerzahlungen der Firmengeschichte verantwortlich, mehr als drei Milliarden Euro. Grund dafür sei der Sondereffekt des Anfang 2017 vollzogenen Tauschgeschäfts mit Sanofi: Boehringer übernahm die Tiermedizin des französischen Pharmakonzerns und gab dafür die Produktion von Mitteln zur Selbstmedikation ab. „Das ist für uns eine neue Erfahrung“, sagte von Baumbach zu dem Jahresverlust.

Auch die Steuerreform in den USA habe sich negativ ausgewirkt, erklärte Schelmer. Die USA sind mit einem Umsatz von 6,9 Milliarden Euro der größte Absatzmarkt des Unternehmens.



Allein beim Betriebsergebnis gab es ein Plus von 21,4 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 15,7 Prozent auf 18,1 Milliarden Euro. 

Mit 12,6 Milliarden Euro (plus 6,9 Prozent) sind Medikamente für Menschen der größte Umsatzträger. Hier verwies Firmenchef von Baumbach auf sechs „Blockbuster“, also Präparate mit einem Umsatz von jeweils mehr als einer Milliarde Dollar. Das forschungsintensive Unternehmen arbeitet zurzeit an 80 Entwicklungsprojekten für chemische und biologische Wirkstoffe. „Es gibt noch immer mehr Fragen als Antworten in der Medizin“, sagte von Baumbach. Von den Forschungsausgaben von 3,1 Milliarden Euro entfielen im vergangenen Jahr 2,7 Milliarden auf die Humanmedizin.

Zweite wichtige Säule von Boehringer ist jetzt die Tiergesundheit mit einem Umsatz von 3,9 Milliarden Euro (plus 170,7 Prozent). „Indem wir unsere gemeinsamen Stärken nutzen, sind wir bereits heute global die Nummer eins bei Kleintieren, Pferden, Schweinen sowie im Bereich der Leistungen für das öffentliche Tiergesundheitswesen.“

Boehringer beschäftigte im vergangenen Jahr weltweit 49 610 Mitarbeiter, gut 4000 mehr als im Vorjahr.