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Beauty
Verwöhn-Wellness für werdende Mütter

 Mit Wellness-Anwendungen und Entspannungsübungen können Schwangere sich und dem Baby Gutes tun.
Mit Wellness-Anwendungen und Entspannungsübungen können Schwangere sich und dem Baby Gutes tun. FOTO: Getty Images/ iStockphoto / skynesher
Bodenmais. Spezialisierte Spa-Hotels laden Schwangere zum Entspannen ein. Es gibt sogar Kurse zur Geburtsvorbereitung.

„Zunächst wird der Körper mit Seidenhandschuhen und einem Duschgel aus Kokosnuss- und Rotalgen-Extrakten gewaschen sowie mit sanften Massagebewegungen verwöhnt und leicht gepeelt. Zum Runterfahren folgt eine Packung mit Reiskernöl und Lotus sowie leicht orientalischem Duft, die die Haut pflegt und entspannt“, beschreibt Sandra Geiger-Pauli, Chefin des Bodenmaiser Hofs, das Angebot „Entspannung für uns“.

Das niederbayerische Vier-Sterne-Superior-Hotel bietet es in seinem Spa-Programm unter der Rubrik „Wellness für werdende Mamas“ an. Das Ergebnis sei gleich spürbar. Die Haut werde erfrischt, gereinigt, mit Mineralien versorgt und fühle sich seidig-zart an, sagt Geiger-Pauli.

Sie kennt die Bedürfnisse von werdenden Eltern. „Die Zeit zu zweit ist in der Schwangerschaft sehr wichtig, um entspannt und gestärkt in die Geburt zu gehen.“ Im Bodenmaiser Hof werden Schwangere mit Peelings und Masken verwöhnt. Je nach Stadium der Schwangerschaft sind diese Anwendungen auch im Sitzen oder halbliegend möglich. Zudem gibt es weiche, extrabreite und beheizbare Luxusliegen mit höhenverstellbarem Fuß- und Kopfteil.



Dass derartige Wellness-Angebote sinnvoll sein können, bestätigt Andrea Hagen-Herpay, Beratende Hebamme im Deutschen Hebammen Verband. „Sich bewusst Zeit zu nehmen, um zu entspannen und dem Körper etwas Gutes zu tun, wirkt sich positiv auf das eigene Wohlbefinden und das des Babys aus. Viele Paare nutzen gerne die Zeit vor der Geburt, um noch einmal in ein Wellness-Hotel zu gehen.“

Da Schwangere oft unter Verspannungen, Schmerzen, Hautunreinheiten oder auch Stimmungsschwankungen leiden, können Wellness-Angebote wie Massagen, Sauna, Dampfbad oder Lichttherapien Abhilfe schaffen. Allerdings sollten dabei einige Vorgaben berücksichtigt werden, wie Hagen-Herpay am Beispiel von Massagen verdeutlicht. „Sie sind eine schöne Möglichkeit, zu entspannen und Beschwerden zu lindern, speziell im Rücken oder den Schultern. Die Bauchregion sollte allerdings ausgespart werden. Zudem sollte, je nach Stadium der Schwangerschaft, die Massage in der Seitenlage oder auch im Sitzen durchgeführt werden.“

Saunabesuche seien ebenfalls möglich. „Saunieren aktiviert die Abwehrkräfte, stärkt die Gesundheit, lockert die Muskeln und kann Wassereinlagerungen, die während der Schwangerschaft häufig vorkommen, reduzieren. Die Hitze der Sauna schadet dem Baby nicht.“ Sauna-Neulinge sollten allerdings nicht länger als zehn Minuten in der Sauna verbringen, und niedrigere Temperaturen seien grundsätzlich empfehlenswerter als hohe.

Kurz vor der Entbindung sollte man allerdings nicht mehr in die Sauna gehen. Wer unter vorzeitigen Wehen, Krampfadern, Risikoschwangerschaften oder Bluthochdruck leidet, sollte ganz darauf verzichten. Als Alternative biete sich das Dampfbad an, das wegen seiner niedrigeren Temperaturen als angenehmer empfunden wird, wegen der feuchten Hitze aber auch den Kreislauf belasten kann. Hier sollten Schwangere auf die Signale ihres Körpers hören, betont Andrea Hagen-Herpay. Sie rät, außerdem immer sehr auf Hygiene zu achten, da Infektionen zu Komplikationen führen könnten. Daher sei vom Besuch eines Whirlpools abzuraten.

Zum „Urlaub mit Bauch“ lädt auch das Hotel Alpina Zillertal in Fügen in Österreich ein. „Schwangerschaft bedeutet für den Körper eine Grenzerfahrung. Da tut Wellness für Körper und Geist besonders gut“, erklärt Masseurin Bettina Spari. Sie empfiehlt das „Babymoon“-Paket, das eine Kopf-Nacken-Massage, eine Pediküre und eine Gesichtsbehandlung beinhaltet. Da die Bedürfnisse bei jedem Menschen – schwanger oder nicht – unterschiedlich ausfallen, wird bei allen Gästen des Tiroler Vier-Sterne-Superior-Hotels vor und während der Behandlung Rücksprache gehalten, um ein entspanntes, auf jeden individuell zugeschnittenes Erlebnis zu gewährleisten.

Eine Wellness-Auszeit kann auch zur Geburtsvorbereitung genutzt werden. Das Mirabell-Dolomiten-Wellness-Hotel im Südtiroler Olang bietet dafür das Programm „Easy Birthing“ an. Dabei werden in mehreren Sitzungen unter anderem Entspannungs- und Selbsthypnose-Techniken eingeübt, „um Angst und Spannung während der Geburt durch Vertrauen, Ruhe und Wohlbefinden zu ersetzen“, erklärt Heilpraktiker und Spa-Manager Alexander Kirchler.

Das Fünf-Sterne-Wellnesshotel offeriert in seinem 1600 Quadratmeter großen Aurora-Spa Schwangeren auch „Lomi Hapai“, eine hawaiianischen Ganzkörpermassage, sowie ayurvedische Anwendungen. Man habe sich auf die Bedürfnisse von zukünftigen Eltern spezialisiert, betont Kirchler, „damit diese das werdende Leben in der Schwangerschaft in vollen Zügen genießen und dem Mutterglück gut vorbereitet und positiv entgegenblicken“.