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Reiserecht
Diese Rechte haben Winterurlauber bei Mängeln

 Bei Lawinengefahr werden die Lifte in Skigebieten geschlossen und Urlauber können nicht auf die Piste gehen. Das ist ärgerlich, rechtfertigt aber keine Minderung des Reisepreises.
Bei Lawinengefahr werden die Lifte in Skigebieten geschlossen und Urlauber können nicht auf die Piste gehen. Das ist ärgerlich, rechtfertigt aber keine Minderung des Reisepreises. FOTO: dpa-tmn / Frank Rumpenhorst
Leipzig/Hannover. Schnee, gut präparierte Pisten, eine schöne Unterkunft: So könnte der perfekte Skiurlaub aussehen. Doch manchmal folgt vor Ort die Ernüchterung. Grüne Hügel statt weißer Berge, ein muffiges Hotel weitab vom Zentrum und dann fährt kein Lift, weil das Wetter verrücktspielt. Von dpa

Das ist ärgerlich. Doch was sind Mängel, bei denen Reisende Ansprüche geltend machen können?

Urlauber können einen Teil des Reisepreises zurückverlangen, wenn versprochene Leistungen wie etwa ein Skikurs nicht angeboten werden. „Fällt der Kurs zum Beispiel wegen mangelnder Wartung der Anlage oder wegen fehlendem Personal aus, muss der Veranstalter dafür geradestehen und die Kosten erstatten“, erläutert Claudia Neumerkel von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Bei Schneemangel im Skigebiet gehen Wintersportler hingegen meist leer aus. „Es zählt zum allgemeinen Lebensrisiko eines Reisenden, wenn die Pisten grün bleiben“, erklärt die Rechtsanwältin Sabine Fischer-Volk. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn der Veranstalter gezielt mit Schneesicherheit geworben hat.



Generell haben Pauschalurlauber im Vergleich zu Individualreisenden bessere Karten, wenn extreme Wetterbedingungen herrschen. Wurde der Skiurlaub bei einem Veranstalter gebucht, kann der Urlauber vor Anreise den Vertrag aufgrund höherer Gewalt kündigen, wenn der Wintersportort nicht zu erreichen ist. Er erhält dann das Geld für die Reise zurück.

Wer hingegen direkt beim Hotel bucht, muss damit rechnen, dass selbst bei extremem Wetter eine kostenlose Stornierung nicht ohne Weiteres möglich ist. So gilt etwa bei den 1400 Mitgliedern der Österreichischen Hotelvereinigung: Kann der Gast wegen starkem Schneefall nicht anreisen, muss er zwar das vereinbarte Entgelt für die entgangenen Tage nicht bezahlen. Außergewöhnliche Umstände seien jedoch kein Grund für eine kostenlose Stornierung, sofern die Anreise innerhalb von drei Tagen wieder möglich ist.

Wer wegen Lawinengefahr und geschlossener Lifte nicht auf die Skipiste gehen kann, hat Pech. Ein Anspruch auf Reisepreisminderung besteht nicht, denn der Veranstalter kann für gutes Wetter nicht garantieren, erklärt Fischer-Volk. 

Die Unterbringung in einem anderen Hotel müssen Urlauber hinnehmen, sofern es dieselbe Kategorie hat wie die gebuchte Unterkunft und alle weiteren Leistungsmerkmale gleich oder höher sind. Doch es gibt Ausnahmen. „Hat der Urlauber ein Hotel in der Ortsmitte gebucht, weil er etwa Cafés und Boutiquen direkt vor der Tür haben wollte, und wird er nun an abgelegener Stelle untergebracht, dann liegt ein Reisemangel vor“, sagt Fischer-Volk.