| 22:20 Uhr

Nach dem 1:2 beim FC Augsburg
Kohfeldt schließt einen Rücktritt aus

 Au Backe: Die Talfahrt für Werder Bremen um Trainer Florian Kohfeldt will kein Ende nehmen.
Au Backe: Die Talfahrt für Werder Bremen um Trainer Florian Kohfeldt will kein Ende nehmen. FOTO: dpa / Matthias Balk
Augsburg. Bremen gerät nach 1:2 in Augsburg immer tiefer in die Krise. Druck auf Trainer steigt. sid

Der missglückte Blitz-Einstand von Davie Selke geriet bei Fußball-Bundesligist SV Werder Bremen ganz schnell zur Nebensache. Erst redete Sportdirektor Frank Baumann nach einem weiteren herben Rückschlag erschüttert Klartext. Dann schloss Trainer Florian Kohfeldt nach dem ernüchternden 1:2 (1:0) beim FC Augsburg einen Rücktritt kategorisch aus – auch wenn sich die Krise weiter verschärft. Baumann nannte die Lage gar „dramatisch“, er habe ein „mulmiges Gefühl“.

Dennoch – ans Aufgeben dachte Kohfeldt auch nach der sechsten Pleite im siebten Ligaspiel nicht. „Zurücktreten ist Weglaufen, und ich werde nicht weglaufen – unter keinen Umständen“, sagte der 37-Jährige trotzig. Es sei „in Ordnung, dass sich die Diskussion in meine Richtung dreht“. Aber er wisse „ganz genau, dass die Mannschaft sehr eng bei mir ist, dass die Geschäftsführung sehr eng bei mir ist.“

Auch Baumann wollte erneut keine Diskussionen um Kohfeldt aufkommen lassen, stattdessen watschte er das Team ab. „Es liegt nicht an der Mentalität. Aber wir sind nicht clever und mutig genug. Das werfe ich der Mannschaft vor“, sagte Baumann mit nachdenklicher Miene und fügte in aller Deutlichkeit an: „Wir müssen das schnell ändern und absolut liefern.“



Die Botschaft war klar: Nach der Pokal-Kür an diesem Dienstag (20.45 Uhr/ARD und Sky) gegen Borussia Dortmund muss am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Union Berlin ein Sieg her. Ansonsten werden sich die Unruhe im wenig aufgeregten Bremer Umfeld und der Druck auf Kohfeldt massiv erhöhen.

Dabei hatten die Bremer nach dem 1:0 zum Rückrundenstart in Düsseldorf an die Wende geglaubt – doch beim FCA zeigte sich Werder wie schon beim 0:3 gegen Hoffenheim für den Abstiegskampf nicht gewappnet. Daran können auch die neuverpflichteten Kevin Vogt und Davie Selke (noch) nichts ändern.

Der erst am Freitag von Hertha BSC ausgeliehene Selke war zwar an Werders Führung durch ein kurioses Eigentor von Tin Jedvaj (23.) beteiligt. Nach der Pause ging der 25-Jährige aber mit unter. Florian Niederlechner (67.) und Ruben Vargas (82.) drehten gegen die viel zu passiven und offensiv erneut harmlosen Bremer noch das Spiel. Vor allem das 1:2 verärgerte Kohfeldt: „Aus einem Abstoß das Gegentor zu bekommen, ist das maximal Dümmste.“