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Zweibrücken
Waffenhändler muss nicht ins Gefängnis

Zweibrücken. (nob) Zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren wurde am Freitag ein 67-Jähriger Waffenhändler aus der Südwestpfalz verurteilt. Damit folgten die Richter der ersten Strafkammer des Landgerichtes Zweibrücken dem Antrag der Staatsanwaltschaft.


Die Richter sehen es als erwiesen an, dass der Rentner aus Münchweiler seit 2013 mehr als 100 so genannte Deko-Waffen, vor allem Sturmgewehre und Maschinenpistolen, in der Slowakei gekauft und in Deutschland dann an seine Kunden veräußert hat. Dabei habe er gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen. Der Angeklagte räumte die Vorwürfe weitestgehend ein. Es sei jedoch davon ausgegangen, dass er dafür keine besonderen Genehmigungen brauche und eine Gewerbeanmeldung ausreiche. Die Waffen seien schließlich nicht funktionsfähig. Die Richter sehen das aber in ihrem Urteil anders, da Stifte oder Gashülsen in die Läufe eingebracht waren und diese ohne viel Aufwand zu entfernen seien. Positiv werteten sie, dass der Ändler geständig war und Reue zeigte. So beteuerte er, er habe niemals Deko-Waffen scharf gemacht oder veränderte Waffen weiterverkauft. Mit den Einnahmen – pro Stück angeblich 100 bis 300 Euro – habe seine Rente „aufbessern“ wollen.
Als Auflage muss der Angeklagte 200 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten oder ersatzweise 1000 Euro bezahlen.