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Vorweihnachtsmarkt
Ein erster Anflug von Weihnachtslaune

Auch vor dem Blieskasteler Rathaus herrschte schon so etwas wie vorweihnachtliche Stimmung.
Auch vor dem Blieskasteler Rathaus herrschte schon so etwas wie vorweihnachtliche Stimmung. FOTO: Erich Schwarz
Blieskastel. Zahlreiche Besucher ließen sich bei der zweiten Auflage des Vorweihnachtsmarktes in Blieskastel in festliche Stimmung versetzen. Von Erich Schwarz

Entgegen der schlimmsten Prognosen hatte das Wetter am Ende doch einigermaßen mitgespielt: Auch in diesem Jahr war der vorweihnachtliche Markt in Blieskastel wieder ein voller Erfolg. War es am Freitag noch richtig schön (wenn man das in dieser Jahreszeit sagen kann), so blieb zumindest der große, vorhergesagte Regen am Samstag aus, es tröpfelte nur ab und an, das hat aber die Besucher nicht abhalten können. Es war nach der Premiere im vergangenen Jahr sozusagen nun die zweite Auflage dieses doch sehr außergewöhnlichen Marktes.

Die damalige Gleichstellungsbeauftragte, Doris Buhr, hatte vor Jahren die Idee, einen Vorweihnachtsmarkt zu installieren, bei dem vor allem Frauen das zeigen und verkaufen sollten, was sie selbst in Heimarbeit produziert oder gebastelt hatten. Inzwischen sind natürlich auch einige kommerzielle Anbieter mit dabei, aber der Markt lebt von der Abwechslung, es ist ein Spagat zwischen toller Heimarbeit mit wunderschönen Ideen und professionellem Kunsthandwerk.  Etwa 35 Aussteller hatten ihre Waren in und um das Rathaus angeboten.  Und es war nicht nur „Frauengedöns“, wie es in einem Zwiegespräch zwischen zwei Frauen zu hören war:  „Meiner is net metgang, er hat gesaat, das is jo doch nur Frauegedöns“.

Tatsächlich waren es viele Frauen, die den Markt besuchten, aber auch viele Familien, davon etliche mit Kleinkindern. Der Umzug von der Orangerie in und um das Rathaus hat dem Markt nicht geschadet: „Wir haben so viele schöne Möglichkeiten hier in Blieskastel. Es war schön oben an der Orangerie, aber auch hier im Rathaus ist die Atmosphäre sehr angenehm“, unterstrich Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener.  Die Orangerie hatte man verlassen, weil  der Transport der Häuschen dorthin sehr schwierig war, und der Brandschutz spielte zudem eine Rolle. Auch der Sonntag („Totensonntag“) durfte kein Veranstaltungstag mehr sein. Es bleibt gleichwohl unerklärlich, wieso kommerzielle Anbieter „Adventsausstellungen“ an diesem Totensonntag durchführen dürfen, der Vorweihnachtsmarkt der Gleichstellungsbeauftragten aber nicht.



Diese Frauenbeauftragte, Sandy Will, musste man am Freitagnachmittag in der Küche des Rathauses aufsuchen. Dort schlug sie gerade Eier für eine neue Backmischung Waffeln auf. Und neben den Waffeln gab es an ihrem Häuschen auch noch Fair Trade-Produkte sowie Merchandising-Artikel aus dem Stadtmarketing. Bereits am frühen Freitagnachmittag sei  der Markt schon sehr gut frequentiert worden: „Wir sind sehr zufrieden. Es kommen sehr viele Gäste, der Markt wird auch hier in und um das Rathaus sehr gut angenommen. Die Leute loben immer wieder  die angenehme Atmosphäre hier in Blieskastel und auf unserem Vorweihnachtsmarkt“, konnte sich die städtische Frauenbeauftragte über eine positive Resonanz freuen.  Auch Herbert Buhr konnte und wollte sich nicht beklagen: „Nein, ich kann mich nicht beschweren. Nach den Geburtswehen des ersten Jahres hat sich der Markt  etabliert, wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, gab es auch von ihm, sozusagen dem allerersten Anbieter dieses Marktes, eine positive Rückmeldung. Und ebenso positiv war auch der Geschmack seines Glögg. Dafür ist der Niedergailbacher bekannt, in jedem Jahr gehört mindestens ein Glas Glögg sozusagen zum Muss auf dem Markt. „Ein guter Rotwein“, wie er ausdrücklich betont, gehört in den Glögg, und noch etliche andere, nur beste Zutaten werden in das wohlschmeckende Getränk hineingemischt, die „Drehzahl“ ist  dann entsprechend: „Ich rate den Gästen dann immer, das Auto nach zwei Glögg stehenzulassen“, sagt Buhr mit einem Lachen. Aber tatsächlich sind die Essens- und Getränkestände nicht wie bei vielen anderen Märkten in der Überzahl, sondern sie sind als Abrundung gedacht: „Wir achten ganz besonders auf die Qualität, wir wollen uns schon von anderen Märkten in  dieser Beziehung abheben“, unterstrich Sandy Will. Die Häuschen bleiben jetzt eine Woche am Paradeplatz stehen, von dort werden sie von einer Spedition nach Lautzkirchen zum Pirminiusplatz zum dortigen Adventsmarkt (Samstag und Sonntag, 1. und 2. Dezember) transportiert. In Lautzkirchen werden sie einen  weitere Woche stehen müssen, dann geht es wieder zurück zum Paradeplatz zum Blieskasteler Christkindmarkt, von Freitag bis Sonntag, 7. bis 9. Dezember.