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Zweibrücken
Vorträge und Diskussion: Das OLG im Dritten Reich

Zweibrücken. (jam) Mit dem Wirken zweier prominenter Juristen am Zweibrücker OLG befasst sich am Donnerstag, 7. November, ab 18.30 Uhr eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung im Zweibrücker Schloss. Es geht um den OLG-Präsidenten Karl Siegel und den Generalstaatsanwalt Heinrich Welsch.

„Wie stark waren die Beiden verstrickt? Waren das überzeugte Täter oder nur Mitläufer“, umreißt OLG-Pressesprecher Erik Kießling die Grundfrage der historischen Recherche. Dabei habe man interessante Details zutage gefördert. Das sei unter anderem möglich gewesen, weil das Gericht mitsamt seinen Akten bereits nach Kirchheim-Bohlanden ausgelagert war, als Zweibrücken bombardiert und dabei das Schloss zerstört worden war.

Die Antworten auf die Grundfragen, soviel verrät Kießling, sind nicht gerade leicht zu geben. So habe Siegel etwa Richter jüdischen Glaubens durchaus protegiert – aber eben nicht aus humanitären Gründen, sondern aus rein pragmatischen. Über Heinrich Welsch, der nach dem Krieg kurzzeitig Ministerpräsident des Saarlandes war, werde erzählt, er habe Robert Schumann vor dem KZ bewahrt, was ihm die Franzosen gewogen machte. Allerdings gebe es für diese Anekdote keine Belege.

Auf dem Podium sitzen bei der Veranstaltung OLG-Präsident Bernhard Thurn, Generalstaatsanwalt Martin Graßhoff, Landesarchiv-Leiter Walter Rummel und der Trierer Historiker Thomas Grotum. Die Veranstaltung ist nicht als Vortrags- oder Podiumsdiskussion gedacht, unterstreicht Kießling. Die Besucher sollten Gelegenheit haben, Fragen zu stellen.