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Der Hype der Weihnachtsserien
40 Jahre „Timm Thaler“

 Der junge Timm Thaler, gespielt von Thomas Ohrner (l.),  mit seiner Schulfreundin Babsi in einer Szene der gleichnamigen ZDF-Weihnachtsserie. Heute blickt der Schauspieler zurück – und ist verblüfft über den Erfolg von damals.
Der junge Timm Thaler, gespielt von Thomas Ohrner (l.), mit seiner Schulfreundin Babsi in einer Szene der gleichnamigen ZDF-Weihnachtsserie. Heute blickt der Schauspieler zurück – und ist verblüfft über den Erfolg von damals. FOTO: dpa / Tv 60
München/Mainz. Vor vier Jahrzehnten kam der Klassiker mit Tommi Ohrner ins ZDF. Das Format der Weihnachtsserie erwies sich als so erfolgreich, dass zahlreiche folgten. Ein Rückblick. dpa

Vier Jahrzehnte ist der Start der ersten ZDF-Weihnachtsserie am 25. Dezember her. Als Tommi Ohrner vor 40 Jahren zu „Timm Thaler“ – dem Helden der ersten Weihnachtsserie im ZDF-Programm – wurde, war er erst 14. Der Wuschelkopf mit dem breiten Lachen verzauberte damals viele Zuschauer. In seiner Rolle als Teenager, dem der Geschäftsmann und Bösewicht Baron de Lefouet (Horst Frank) das unwiderstehliche Lachen abkauft, begeisterte er Millionen.

In der Abenteuerserie nach dem Buch von James Krüss kämpft Timm Thaler um sein Lachen und Lebensglück. Gedreht wurde unter anderem auf der spanischen Vulkaninsel Lanzarote, wo der Wohnsitz des Barons inszeniert wurde, am architektonisch eindrucksvollen Aussichtspunkt Mirador del Río.

„Für mich war diese Serie ein Abenteuerspielplatz“, sagt der heute 54-jährige Ohrner, der jetzt Programmchef und Morgenmoderator bei Klassik Radio in Augsburg ist. „Und dass das so ein großer Erfolg wurde, das wusste man ja damals noch gar nicht. Man hat eine Kinderserie gemacht, aber dass dann ein Hype daraus wurde, und dass dann eine Tradition der Weihnachtsserie für das ZDF daraus entstand, war für alle Beteiligten überraschend – nicht nur für mich.“



„Timm Thaler“ sei bis heute „absolut positiv belegt“ für ihn, betont Ohrner: „Das war meine Eintrittskarte zu allem, was ich gemacht habe. Ohne ‚Timm Thaler’ hätte ich es wesentlich schwerer gehabt.“ Bei der Erstausstrahlung im Dezember 79 sei er selbst übrigens gar nicht zum Schauen gekommen, erinnert sich Ohrner. „Das ging so ein bisschen an mir vorbei, weil wir teilweise im Urlaub waren.“

„Timm Thaler“ war der Auftakt zum Format der legendären ZDF-Weihnachtsserie, die es bis 1995 gab. Sie prägte in erster Linie die Fernsehjugend vieler (West-)Deutscher, die in den 70er und frühen 80er Jahren geboren worden sind. Heute überdecken längst andere TV-Weihnachtsrituale wie die neuen Märchenverfilmungen im Ersten und Zweiten die frühere Tradition. Ohrner sagt, ein Geheimnis des Erfolgs der Weihnachtsserien sei die tägliche Ausstrahlung gewesen.

Weihnachtsserien im Laufe der ZDF-Geschichte – meist produziert von der Münchner Firma TV60 Film – hießen „Madita“ (1980), „Nesthäkchen“ (1983), „Patrik Pacard“ (1984), „Oliver Maass“ (1985), „Mino“ (1986) und „Nonni und Manni“ (1988). Zu jeder könnte man ausführliche Geschichten über Story, Darsteller, Drehorte und Mode schreiben.

Als Weihnachtsserienstar Nummer eins mit mehreren Rollen über die Jahre kann Patrick Bach gelten. Er spielte die Hauptrolle des Zirkusjungen „Silas“ (1981) und war der Piratenjunge „Jack Holborn“ (1982). In der Serie „Anna“ (1987) verkörperte er den Sympathieträger Rainer, den besten Freund der Hauptfigur, der im Rollstuhl sitzt.

Und heute? Ist Bach 51 Jahre alt, mehrfacher Vater, arbeitet als Schauspieler und Synchronsprecher und machte erst kürzlich wieder bei der RTL-Show „Ninja Warrior Germany – Promi-Special“ mit.

Auch wenn Serien wie „Timm Thaler“, „Silas“ oder „Patrik Pacard“ eingängige Titelmelodien hatten, – komponiert von Christian Bruhn, der auch das „Heidi“-Titellied schrieb – brachte es von den Weihnachtsserien nur „Anna“ mit dem Lied „My Love Is A Tango“ von Guillermo Marchena zu einem Nummer-eins-Hit in der Bundesrepublik.

 Thomas Ohrner, Moderator und Schauspieler in der Kult-Serie „Timm Thaler“.
Thomas Ohrner, Moderator und Schauspieler in der Kult-Serie „Timm Thaler“. FOTO: dpa / Stefan Puchner