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Gewerkschaft
Verdi: Homburger Uniklinik will Personalrätin entlassen

Homburg. Die Dienstleistungsgewerkschaft vermutet, der Vorstand des Hauses wolle so eine ihm unbequeme Gewerkschafterin loswerden. Von Daniel Kirch

Die Landesspitze der Gewerkschaft Verdi ist außer sich, weil das Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg (UKS) ihren Angaben zufolge eine Personalrätin fristlos entlassen will. Die 61-Jährige, die als Krankenpflegerin in der Anästhesie beschäftigt ist und eine 25-prozentige Freistellung hat, war nach Angaben von Verdi-Sekretär Michael Quetting  vom Personalrat damit beauftragt worden, die Dienstpläne zu kontrollieren. Dies sei in ihrer Freistellungsphase jedoch nicht zu bewältigen gewesen. Der Streit – so stellt sich die Sachlage bislang dar – geht also darum, ob die Krankenpflegerin in ihrer normalen Arbeitszeit, in der sie nicht freigestellt ist, Personalratsarbeit machen darf. Quetting sagte, laut Gesetz gehe Personalratsarbeit immer vor. Das Universitätsklinikum wollte sich bislang nicht zu der Angelegenheit äußern.

Am 22. Dezember hatte das UKS laut Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mitgeteilt, dass die Personalrätin gekündigt wird. Personalräte haben einen besonderen gesetzlichen Kündigungsschutz, sie dürfen nur aus wichtigem Grund fristlos entlassen werden – und nur wenn der Personalrat oder ein Gericht zustimmt. Der Personalrat lehnte das Ansinnen am Freitag in einer Sondersitzung ab. Ob das Universitätsklinikums nun vor das Gericht zieht, ist nicht bekannt.

Die außerordentliche Kündigung der Personalrätin, die auch Mitglied der Verdi-Bundestarifkommission und der Tarifkommission Entlastung am Universitätsklinikum des Saarlandes ist, sei ein Mittel, „eine unbequeme Gewerkschafterin loszuwerden“, sagte Quetting. Die Personalrätin sei der Klinikleitung „ein Dorn im Auge“ gewesen.



Verdi spricht von einem „Angriff auf die gesamte saarländische Arbeitnehmerschaft“. Die Kündigung steigere die Entschlossenheit der Gewerkschaft im Kampf für mehr Pflegepersonal am Universitätsklinikum.