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Verrbaucherfalle
Onlinebetrüger geben sich in E-Mails als gute Freunde aus

 Auf die Hilfsbereitschaft gegenüber Freunden setzen Onlinebetrüger und verschicken gefälschte E-Mails.
Auf die Hilfsbereitschaft gegenüber Freunden setzen Onlinebetrüger und verschicken gefälschte E-Mails. FOTO: dpa-tmn / Robert Günther
Düsseldorf. Verbraucherschützer warnen vor neuer Betrugsmasche. Statt wahllos Nachrichten zu verschicken, sammeln Kriminelle zuerst Infos über ihre Opfer. Von Martin Trappen

Falsche E-Mails von Banken, Sparkassen oder bekannten Onlinehändlern sind seit Jahren im Umlauf und verleiten ahnungslose Empfänger dazu, sensible Daten auf gefälschten Internetseiten anzugeben. Seit Anfang 2020 fällt der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen laut eigenen Angaben eine neue Masche auf: Betrüger senden E-Mails gezielt an ausgewählte Empfänger und geben sich als Freunde oder Bekannte aus. In der Nachricht heißt es, der Freund sei im Urlaub und hätte seine Tasche samt Pass und Geld verloren.

Die Empfänger sollen nun ihren Freunden aus der Patsche helfen und ihnen Geld überweisen. Die Kriminellen schlagen zum Beispiel den internationalen Zahlungsdienstleister Moneygram vor und sagen, das Geld müsse bei einer Agentur in bar eingezahlt werden. Außerdem verlangen sie die Referenz-Nummer der Überweisung.

Die Betrüger gehen nach der sogenannten Phishing-Methode vor. Bei dieser Betrugsmasche versuchen Hacker, durch gefälschte E-Mails Zugangsdaten zu Onlinekonten zu erhalten oder direkt an Geld zu kommen. Dieses jüngste Vorgehen stelle jedoch eine neue Qualität des Phishings dar, erklären die Verbraucherschützer. Denn während solche Mails von Unternehmen meist massenhaft willkürlich verschickt würden, müssten die Kriminellen hier vorher recherchieren. Damit das Geld beim richtigen Empfänger landet, geben sie Daten wie Name, Geburtsdatum und eine Adresse an. Der Name und das Geburtsdatum dürften zu dem echten Bekannten passen, der da angeblich schreibt. In vielen Fällen seien solche Daten mit oft geringem Aufwand im Internet zu ermitteln, so die Verbraucherzentrale.



Auch die Verbindung zwischen dem Mail-Empfänger und der Person, deren Identität die Kriminellen missbrauchen, dürften sie im Internet herausgefunden haben. Viele Menschen machen etwa in den sozialen Medien öffentlich, wenn sie gemeinsam etwas mit Freunden unternehmen oder führen ganze Freundeslisten, die jeder einsehen kann. Die Verbraucherschützer raten, im Internet nur Daten von sich preiszugeben, wenn es unbedingt erforderlich sei. Um Identitätsdiebstahl vorzubeugen, sei es enorm wichtig, mit persönlichen Daten so sparsam wie nur möglich umzugehen.

Wie sich Empfänger verdächtiger Mails verhalten sollten, erklärt die Verbraucherzentrale auf ihrer Internetseite. Die Informationen finden Nutzer, indem sie dort in der Rubrik „Digitales“ den Suchbegriff „phishing“ eingeben.

www.verbraucherzentrale.de