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US-Präsident sieht sich als Opfer einer Intrige
Trump inszeniert sich als Opfer

FOTO: SZ / Robby Lorenz
US-Präsident Donald Trump sieht sich als Opfer einer Intrige und des „größten Betruges“ in der Politik der USA. Ob seine Selbstinszenierung als politisch Verfolgter beim Wähler ankommt? Von Friedemann Diederichs

In der Russland-Affäre hat der Kern seiner Unterstützer noch vorbehaltlos zu ihm gestanden – zumal als pikante Fussnote ja auch seine Konkurrentin in 2016, Hillary Clinton, und die Demokraten „Schmutz“ über Trump mit Hilfe einer Agenur sammeln ließen, die sich dann eines Ex-Spions und dessen russischer Kontakte bediente.

Doch der Ukraine-Skandal ist anders. Weil er so viel einfacher zu verstehen ist und die Fakten selbst für politische Novizen ziemlich klar sind. Nun soll der Bürger aber Trump glauben, dass ihm die Demokraten alles wegnehmen wollen: Die Stimme, die Freiheit, die Gesundheitsversorgung und natürlich die Waffen. Das ist eine Reduzierung der notwendigen politischen Debatte auf einen einzigen Faktor: Furcht. Was beweist, wie ernst Donald Trump die jüngsten Vorgänge nimmt. Sie sind nicht durch wenige Twitter-Worte vom Tisch zu wischen. Denn die wirkliche Bedrohung für das moderne demokratische Amerika ist nicht die Opposition. Es ist, und das haben die Vorgänge um das Ukraine-Telefonat deutlich wie nie zuvor gemacht, Donald Trump.