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Zum 25. Mal Tag des offenen Denkmals
Ein Fest für Kulturliebhaber beginnt

Im symbolträchtigen Hambacher Schloss wird an diesem Samstag der Tag des offenen Denkmals eröffnet.
Im symbolträchtigen Hambacher Schloss wird an diesem Samstag der Tag des offenen Denkmals eröffnet. FOTO: picture alliance / Uwe Anspach/d / Uwe Anspach
Mainz/Neuwied. Rund 400 Orte und Veranstaltungen umfasst das Programm zum Tag des offenen Denkmals. Besucher sind an diesem Wochenende eingeladen, Einflüsse aus anderen Kulturen zu entdecken.

Die verbindende Wirkung unterschiedlicher Kulturen ist Leitmotiv für den Tag des offenen Denkmals, der an diesem Samstag in der Pfalz eröffnet wird. Unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“ listet das Programm allein für Rheinland-Pfalz 400 Orte und Veranstaltungen auf, die zu Besichtigungen einladen. Zum 25. Mal öffnen zu diesem Tag bundesweit Denkmäler aller Art, darunter auch private Einrichtungen, die sonst für Besucher geschlossen sind. Den Anstoß dazu gab 1993 die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

„Wir haben als Eröffnungsort nicht ohne Grund das Hambacher Schloss gewählt, weil dieses mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel die Verbundenheit mit der europäischen Idee zum Ausdruck bringt“, sagt Thomas Metz als Chef der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE). Das 2015 von der EU-Kommission verliehene Siegel nimmt Bezug auf das Hambacher Fest von 1832 mit 30 000 Menschen aus Deutschland, Frankreich und Polen. Die Denkmäler in Rheinland-Pfalz seien nicht regional begrenzt, sondern Teil des gemeinsamen europäischen Kulturerbes, das alle Ländergrenzen überschreite, sagte der GDKE-Generaldirektor der Deutschen Presse-Agentur.

Besucher sind zum Tag des offenen Denkmals aufgerufen, „bislang verborgene Facetten von Denkmälern zu entdecken, sie als verbindende Elemente zwischen Regionen, Kulturen und Menschen kennenzulernen und gleichzeitig zu erfahren, welche internationalen Einflüsse und Beziehungen die Region bis heute prägen“. Französische Einflüsse zeigt nicht nur das gotische Bauwerk der Oppenheimer Katharinenkirche, sondern dokumentieren sich auch im Max-von-Laue-Gymnasium in Koblenz oder in den Malereien des Martinsschlosses in Oberlahnstein. Von italienischem Stil geprägt sind Schloss Malberg in der Eifel oder die Villa Ludwigshöhe in Edenkoben. Besucher der Erinnerungsstätte der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler können vor einem polnischen Hochkreuz der Toten beider Weltkriege gedenken. Und die Klosterruine Disibodenberg trägt schon in ihrem Namen den irischen Wandermönch Disibod.



Der Tag möchte auch Bauten in den Blick rücken, die wortwörtlich verbinden, etwa Brücken, Tunnel oder Eisenbahnstrecken. Die Sozialgeschichte thematisieren das sechs mal sechs Meter große Tagelöhnerhaus im Trierer Maarviertel oder das Zigarrenfabrikmuseum in Rödersheim-Gronau im Rhein-Pfalz-Kreis. Als weiteren Schwerpunkt nennt der oberste Denkmalschützer des Landes „die Idee des Theaterbaus als europäische Idee“ mit dem klassizistischen Theater in Koblenz oder dem Römischen Theater in Mainz.

„Die Botschaft dieses Tages richtet sich auch an den Eigentümer von Denkmälern“, sagt Metz. Die Erhaltung von kulturell wertvollen Gebäuden und anderen Stätten sei ganz zentral auf deren Engagement und Begeisterung angewiesen. Auch die GDKE tritt an diesem Sonntag als Denkmaleigentümer auf. Auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz lädt sie zur Bunkerführung ein und stellt zur Technikgeschichte der Kommunikation die optische Telegraphenlinie zwischen Berlin und Koblenz vor.

(dpa)