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Rede zur Lage der Nation
Bösartige Theatralik in der US-Politik

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Wer noch nach Beweisen suchte, wie tief Feindseligkeit und Spaltung derzeit die amerikanische Politik und Gesellschaft prägen, bekam sie am Dienstagabend geliefert. US-Präsident Donald Trump verweigert Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi den Handschlag, die Demokratin zerreißt am Ende der Trump-Ansprache dessen Rede-Kopie. Von Friedemann Diederichs

Beide Politiker leisteten sich hier billige Theatralik, die man so bösartig bisher von den Reden zur Lage der Nation nicht kannte und die deutlich macht, wie schwer es beide Parteien haben werden, in den kommenden Jahren – ob mit oder ohne Trump – zu Gemeinsamkeiten zu kommen.

Gleichzeitig machte Trump klar, wie er bis zum Wahltag im November die konservativen Bürger auf seiner Seite halten will. Die auf allen Zylindern feuernde Konjunktur, die zu einer der Vollbeschäftigung gleichenden Arbeitslosenquote geführt hat, soll von seinen Charakterschwächen ablenken. Sein Mantra lautet: Wer nicht Trump wählt, riskiert den Wohlstand im Land. Es ist eine Rechnung, die aufgehen kann.