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Tourismus-Marketing
Tourismus 4.0 soll Urlauber locken

Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger.
Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger. FOTO: Oliver Dietze / dpa
Saarbrücken. Die Großregion setzt bei der Vermarktung auf digitale Strategien.

Wer greift auf Informationen aus dem Internet zurück, wenn es um den nächsten Urlaub geht? Woher kommen die Nutzer der Webseiten? Nach welchen Themen wird gesucht, und  werden die auch tatsächlich gefunden? Diese Fragen soll das Projekt „Interreg“ beantworten, das die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) und Birgit Grauvogel, Geschäftsführerin der Tourismus Zentrale Saarland, dieser Tage vorstellten. Am Projekt beteiligt ist die Großregion mit Saar-Lor-Lux, Wallonien, Ostbelgien und dem westlichen Rheinland-Pfalz. Der Tourismus befinde sich im digitalen Wandel, sagte Rehlinger. Reiseziele und Sehenswürdigkeiten müssten im Internet attraktiv beworben werden. Informationen sollen auch mit wenigen Suchbegriffen abgerufen werden können. Für diese digitale Offensive stehen der Großregion 4,85 Millionen Euro zur Verfügung, wovon die Tourismus Zentrale Saarland 3,18 Millionen Euro erhält. 60 Prozent werden durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert, 40 Prozent Ko-Finanzierung übernehmen das Saarland, Luxemburg, Lothringen und die Tourismusagentur Ostbelgien. In der ersten Phase des Projektes gehe es nun um die Auswertung von Daten der eigenen Webseiten. Diese sollen Aufschluss über Gewohnheiten und Interessen potenzieller Urlauber geben. Überraschend sei nach einer ersten Analyse zum Beispiel die Altersstruktur, sagt Grauvogel: „Es gibt einen vergleichsweise hohen Anteil von Nutzern der Altersstufe 25 bis 34 Jahre.“ Außerdem kämen die meisten Nutzer der Internetseiten aus Deutschland, gefolgt von Frankreich, Luxemburg und Belgien. Allerdings ergab die Analyse auch, dass häufig die eingegebenen Suchbegriffe nicht mit den beworbenen Themen übereinstimmten. Außerdem sei bei einigen Regionen die Internetpräsenz noch zu gering. Weitere Daten sollen deshalb bis Ende 2020 genutzt werden, um für Urlauber „maßgeschneiderte digitale Services zu schaffen, die sie entlang ihrer Reise durch die Großregion begleiten. Das können Reiseblogs, Fotos, Videos oder Apps sein“, sagt Grauvogel.