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Tödliche Abbiegeunfälle von Lkw
Mehr Schutz für Radfahrer gefordert

Berlin. (dpa) Um tödlichen Lkw-Abbiegeunfällen vorzubeugen, dringen Interessenvertreter von Radfahrern und Logistik gemeinsam auf zügige Veränderungen. „Wir haben nicht Zeit bis irgendwann. dpa

Es muss jetzt schnell gehen“, sagte der Bundesgeschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Burkhard Stork, am Dienstag in Berlin in Richtung von Kommunalpolitikern und Transportbranche. Mit dem Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) fordert der ADFC in einem gemeinsamen Papier unter anderem den Umbau von Kreuzungen, getrennte Grünphasen für Radler und Rechtsabbieger an Ampeln sowie mehr Lastwagen mit Abbiegeassistenten. Der Hintergrund: Beide Organisationen befürchten wegen des zunehmenden Rad- und Güterverkehrs auch mehr dieser Unfälle. Auch „unser aller Konsumverhalten“ habe damit zu tun, sagte der BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt etwa mit Blick auf Online-Bestellungen. Nach ADFC-Angaben sind bundesweit seit Jahresbeginn schon wieder sechs Menschen durch rechtsabbiegende Fahrzeuge getötet worden.

Weil Lkw-Fahrer gerade im Stadtverkehr praktisch kaum ihre sechs Spiegel und alles um sie herum im Blick behalten können, ruhen viele Hoffnungen auf Abbiegeassistenten. Diese Systeme warnen etwa akustisch vor drohenden Kollisionen. ADFC und BGL erklärten, alle Lkw-Besitzer müssten nun freiwillig investieren, auch wenn die europaweite Pflicht noch nicht greife.