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Nach geplatzter Fusion
Thyssen-Krupp will Kündigungen vermeiden

 Thyssen-Krupp will nach Möglichkeit ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen.
Thyssen-Krupp will nach Möglichkeit ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. FOTO: dpa / Roland Weihrauch
Essen. Bei Thyssen-Krupp könnte der radikale Konzernumbau weniger einschneidende Folgen für die Beschäftigten haben als zunächst befürchtet. Der Industriekonzern will bei dem geplanten Stellenabbau möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. dpa

Das sieht eine Grundlagenvereinbarung des Unternehmens mit der IG Metall vor, wie Thyssen-Krupp-Personalvorstand Oliver Burkhard mitteilte.

Thyssen-Krupp will nach dem Aus für die Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata und der gestoppten Zweiteilung des Konzerns 6000 Stellen streichen, davon 4000 in Deutschland. „Betriebsbedingte Kündigungen wollen wir vermeiden“, erklärte Burkhard am Samstag über den Kurznachrichtendienst Twitter. Sie seien „aber in Ausnahmen (ultima ratio) möglich“. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als 160 000 Mitarbeiter.

Aus Sicht der IG Metall sind mit der Vereinbarung Mindeststandards für den fairen Umgang mit den Beschäftigten festgelegt worden. „Die roten Linien sind gezogen“, sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Markus Grolms von der IG Metall, am Sonntag. „Der Umbau von Thyssen-Krupp ist leider unvermeidbar.“ Das werde „ein schwerer, aber leider notwendiger Weg für das Unternehmen und die Beschäftigten“. Die Arbeitnehmer seien „bereit, dafür Schmerzen zu ertragen, aber nicht um Aktionäre mit Sonderdividenden zu beglücken“.



Grolms bezog sich damit auf den geplanten Börsengang der profitablen Aufzugssparte des Konzerns. Er verlangte, dass die Einnahmen aus dem Börsengang „eingesetzt werden, um die Probleme in den anderen Geschäftsbereichen zu lösen“.

Ein Großteil der Stellenstreichungen dürfte den Stahl mit seinen 27 000 Mitarbeitern treffen. Die Traditionsparte bleibt weiterhin der Kernbereich des weit verzweigten Konzerns. Dort sollten auch bei der jetzt gestoppten Fusion mit Tata 2000 Jobs wegfallen. Die IG Metall hatte aber in Verhandlungen mit dem Unternehmen eine Beschäftigungsgarantie bis zum 30. September 2026 sowie eine langfristige Standortsicherung erreicht. Die IG Metall in Nordrhein-Westfalen fordert die Einhaltung dieser Vereinbarungen. Es sei „nicht ersichtlich, warum die für das Joint Venture geleisteten Zusagen nicht auch für die neue Strategie gelten sollten“, sagte der NRW-Bezirksleiter Knut Giesler.

Nächste wichtige Etappe ist eine Sitzung des Aufsichtsrats am 21. Mai. Dort will sich Vorstandschef Guido Kerkhoff die Zustimmung des Kontrollgremiums für seine Pläne abholen. Bereits am Samstagabend empfahlen mit dem Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss sowie dem Präsidium des Aufsichtsrats wichtige Gremien, grünes Licht zu geben.